Die Rettungsmission

"Willkommen Teamleader. Ist Ihnen Ihre Aufgabe bekannt?"
"Nein, Commander. Mir wurde gesagt, dass uns das Ziel dieser Mission vor Ort bekannt gegeben wird."
"Gut, diese Aufgabe unterliegt zwar keiner hohen Sicherheitsstufe, könnte aber die Medien da draußen etwas nervös machen. Ich habe nicht viel Zeit, daher komme ich gleich zur Sache. Wie Sie wissen ist dieser Mond hier besonders reichhaltig an biologischem Leben. Wissenschaftler aus allen Teilen der Galaxis betteln uns an ihre Forschungsarbeiten hier verrichten zu dürfen. Würden wir die Immigration nicht strickt limitieren, wäre dieser Mond von diesen gottverdammten Konzernen inzwischen dermaßen überlaufen, dass sich seine Masse verdoppelt hätte. Der kleine Trabant hätte sich eine ganz neue Umlaufbahn gefunden und würde nicht mehr so warm und kuschelig wie wir ihn kennen und mögen.
Soweit zum kleinen Abris unserer Situation. Nun zum eigentlichen Problem. Vor einigen Tagen verschwand im Dschungel eine kleine Gruppe von hochdotierten Wissenschaftlern. Wir empfingen weder einen Notrufsignal, noch fanden wir Kampfspuren an deren mobilen Einsatzzentrale. Üblicherweise stellen wir jeder Expedition mehrere unserer Männer als Geleitschutz zur Verfügung, diese Gruppe hatte jedoch ihren eigenen Begleitschutz dabei. Allem Anschein nach handelte es sich bei diesen Leuten um erfahrene Söldner. Söldner von der Art, die sich keine Gedanken mehr ums Geld machen mußte und sich Aufträgen einfach nur aus Lust an der Herausforderung annahmen. Das sind die Schlimmsten. Solche Leute verfolgen Ziele, die der Allgemeinheit nur ganz selten zu Gute kommen. Ich hätte mich normalerweise geweigert sie unkontrolliert und ohne Begleitung unserseits, ins Grüne zu lassen, doch der Befehl sie frei agieren zu lassen, kam von ganz oben. Nun haben wir den Mist! Das arrogante Pack ist verschwunden und irgendwelche fettwanstigen Generäle fangen an in ihren samtweichen Sesseln nervös hin und her zu rutschen. Dies ist der Grund für Ihr Dasein Teamleader. Man ist der Meinung Ihre Fähigkeiten im Dschungel übersteigen die meiner Männer. Dieses offensichtliche herabstufen meiner Kompetenzen schmeckt mir nicht besonders, doch Befehl ist Befehl. Schließlich sind wir Soldaten.
Hier ist das Infopad mit alle Daten, die wir bezüglich dieser Wissenschaftler vorliegen haben. Zusätzlich finden befindet sich im Datenspeicher ein Lexikon der bereits katalogisierten Flora und Fauna dieses Mondes. Es sind schätzungsweise nicht mal zwanzig Prozent aller Tier- und Pflanzenbestände erfasst, doch eines kann ich Ihnen mit Sicherheit sagen: jedes zweite Wesen, das Sie im Dickicht antreffen ist in irgendeiner Weise höchst giftig oder auf eine andere Art gefährlich - egal wie unschuldig es aussehen mag. Daher mein Rat, den Sie aufs Äußerte verfolgen sollten: seihen Sie auf der Hut und meiden Sie jeden unnötigen Kontakt mit der einheimischen Flora und Fauna. Wenn Sie in Schwierigkeiten kommen, schießen Sie oder rennen Sie zuerst und funken uns dan sofort um Verstärkung an.
Leider gibt es dort drinnen Gebiete, an denen es unmöglich ist einen Funkkontakt herzustellen. Wir vermuten, es liegt an den Drani-Bäumen, die mit ihrem dichten schwach radioaktiven Laub die Funksignale aufsaugen wie ein Schwamm das Blut. Seit einigen Monaten installieren wir im Dschungel in geringen Abständen Funkverstärker, doch aufgrund des Mangels an Personal und Material ist dieses Projekt zur Zeit noch nicht sehr weit fortgeschritten. In Ihrem Zielgebiet liegt die Wahrscheinlichkeit eine Funkverbindung zustande zu bekommen zwischen fünf und zwölf Prozent - je nach Tageszeit und Wetter.
Auch wenn es mir strengstens untersagt wurde, möchte ich Ihnen einige meine Männer zur Verfügung stellen. Natürlich nur, wenn Sie von diesem Angebot Gebrauch machen möchten."
"Vielen Dank Commander. Ich weiß dieses Angebot zu schätzen, doch ich würde nur sehr ungerne das Leben Ihrer Leute in Gefahr bringen. In unserem Team hat jedes Mitglied seine Aufgabe und ist präzise auf die Gruppe abgestimmt. Jede weitere Person würde dieses Gleichgewicht erheblich stören. Sie würde für uns nur Mehraufwand bedeuten und die Effizienz des Teams herabsenken. Ich hoffe Sie verstehen meine Bedenken. Vielen Dank für das Briefing. Geben Sie meinen Männern und mir eine Stunde Zeit, dann kann es losgehen."

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