Der Weg in die Schatten

Er blinzelte einen Moment lang bis sich seine Augen langsam an das helle Licht gewöhnten. In seinem Kopf summte es, als ob tausend Wespen sich dort ein neues Nest bauten und ein dumpfer pochender Schmerz zog sich von der Hüfte hinab bis zu den Knien. Seine Unterschenkel und die Füße spürte er nicht mehr. Er lag auf dem Rücken, die grelle Sonne blendete ihn durch die verglaste Hausfront. Eine einzelne Taube gurrte auf dem äußeren Fenstersims und betrachtete ihn voller Interesse durch die zerbrochene Glasscheibe. Hinter ihr, der fast perfekte strahlendblauen Himmel. Nur einige abgerissene Wolkenfetzen befleckten die saubere Farbe. Er drehte seinen Kopf, weg vom Fenster, und versuchte sich ein Bild von seinem aktuellen Standort zu machen. Er befand sich auf dem Boden inmitten eines riesigen leeren Raumes. Der Sonnenschein erfühlte diesen und spiegelte sich schmerzhaft auf dem Marmorboden wieder. Er musste erneut blinzeln. Die hohe Decke bestand aus unendlich vielen hellgrauen Kunststoffplatten. Langen Neonröhren unterbrachen das monotone Bild in gleichmäßigen Abständen. Die Wände mussten mal weiß getüncht gewesen sein, doch nun wiesen diese schwere Kampfsuren auf. Meterweise zogen sich Einschusssalven durch das Mauernwerk. Ganze Berge an Wandputz und ausgebrochenen Ziegeln säumten die Wände.

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