Shadowrun - Erfahrungsbericht Giftmischer und Nachtstreife

Da ich eine große Leseratte bin und mir zwischendurch mal gerne Science Fiction und Fantasy gönne, holte ich mir - nach ca. 10 Jahren - mal wieder zwei Shadowrun-Romane.
Der erste war Giftmischer von Stephen Kenson mit ca. 300 Seiten, einer großen Schrift und kleinem Inhalt. Ich hatte noch nie ein Buch gesehen, welches so wenig sexy geschrieben war wie dieses. Ein typisches Fließband-Produkt mit wenig Liebe zum Detail und mit viel eigentlich-habe-ich-absolut-keinen-Bock-aufs-Schreiben.

Das zweite Buch war Nachtstreife von Björn Lippold. Nach den ersten zehn Seiten dachte ich: Hopsa! Das ist aber schwerfällig geschrieben. Der Autor verliert sich dermaßen sinnlos in Details, dass ich als Leser irgendwann einfach aussteige. Auch die Dialoge zwischen den Darstellern sind so uncool, dass mir einfach kein passender Vergleich einfällt. Nach den nächsten zwanzig Seiten dachte ich: Hopsa, Hopsa! Das ganze ist ja immer noch so schwerfällig geschrieben und so unbeholfen formuliert - irgendwie kommt es mir bekannt vor. Wo hatte ich so was schon mal gelesen? Ach ja, mein erster Aufsatz in der Hauptschule las sich so ähnlich. Ich habe mich noch durch Dutzend weiterer Seiden vom insgesamt über 400 Seiten starken Werk (und die Buchstaben waren nur halb so groß wie bei Giftmischer) durch gequält, doch irgendwann war wirklich Schluss. Das wird wohl eines der wenigen Bücher bleiben, die ich mitten im Lesen abbreche. (Ja, nicht mal der der Haken in der Habe-ich-schon-gelesen-Liste konnte mich hier motivieren!) Und vielleicht wird es das erste Buch werden, mit dem ich unseren Kachelofen anschüren werde. Welch eine Verschwendung von Papier. (Ja, ich meine es wirklich ernst - und natürlich ist es nur meine ganz persönliche Meinung).

Es ist schon klar, was soll man bei Shadowrun erwarten? Natürlich kann es keine anspruchsvolle Weltliteratur à la Tolstoi oder Flaubert sein, doch etwas mehr Qualität darf man doch schon erwarten dürfen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die alten Shadowrun-Romane deutlich besser waren - soweit ich mich erinnere. Möglicherweise wuchsen im Laufe der Jahre auch meine Ansprüche an die Literatur. Da muss ich wohl doch nochmal in meinen Bücherregalen kramen und vergleichen. Fakt ist, dass diese beiden Bücher auf keinen Fall das Geld wert waren, welches ich dafür ausgegeben hatte!

So, dass musste mal raus. Und nun euch allen einen schönen Rutsch ins Neue. Bis zum nächsten Jahr.

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