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MESSIAS

So komm zu mir, lass dich dort nieder
Und höre auf mein starkes Wort.
Du musst mich loben, immer wieder,
Nun bin ich deines Lebens Hort.

Verstopf die Ohren, schließ die Augen,
Dann führe ich dich weiter fort,
Glückseeligkeit wirst du dort saugen,
An diesem wundervollen Ort.

Gib mir dein Hab und Gut mein Bruder,
Und diese Reise fällt dir leicht.
Ich leite dich und halt das Ruder
Auch wenn Gewässer werden seicht.

Vertrau auf mich, weil Gott mich leitet,
Nur ich muss hier in Sünde sein.
Auch wenn der Teufel mich oft reitet,
Bleib ich im Inneren ganz rein.

DER EINE

Mal schaut er her, mal schaut er weg
Du weißt nicht ernst ist’s oder Gag.
Will er nun wirklich was von dir,
Oder hin zur Theke auf ein Bier.
So stehst du da und lächelst heiter,
Hoffst diese Show bringt dich heut weiter.
Vielleicht ist er der Typ, der Eine,
Auf den du wartest lang alleine.
Den anderen von letzter Tagen
Hast du ja eh nichts mehr zu sagen.
Doch dieser da, der ist echt toll,
Der Körper schlank, die Haare voll.
Er ist so männlich, animalisch,
Bewegt sich weich und musikalisch,
Du denkst dir: gut, ein Mann von Welt
Denn er bezahlt mit Bündeln Geld.
Dann trinkst du mehr, dein Mut nimmt zu,
Dein Herz, es pocht, kommt nicht zu Ruh.
Nun endlich winkt er, lächelt gut,
In Wallung bringt damit dein Blut.
Du bist bereit und ihm erlegen,
Brauchst nur fünf Meter dich bewegen.
Zwei Schritte noch, er ist ganz nah,
Du riechst die Frucht in seinem Haar.
Sein heißer Atem streift dich weich,
Flugs zittern deine Knie so reich.
Du siehst wie Lippen sich bewegen,
Dein Ohr reck hungrig dem entgegen.
Nun tut er das, was hät’ er lassen,
Dann wär’n die Chancen nicht verprassen.
Und zwar sagt er ein erstes Wort,
Gerüttelt wach, wünscht du dich fort.
Die Stimme schrecklich monoton,
Du langweilst dich, empfindest Hohn.
Wie sollst du nun von hier verschwinden,
Versuchst mit Charme dich zu entwinden.
Wenn er die Klappe würde halten,
Könnt er dich heute Nacht behalten.
Doch er versteht die Zeichen nicht,
Verfolgt dich, dieser arme Wicht.
Du gähnst, schaust weg und nickst mal flüchtig.
Das stört ihn nicht, er redet tüchtig.
Und immer wieder: Bla-bla-bla,
Du rollst die Augen: Tra-la-la.
Oh, sorry, meine Freunde warten,
Versuchst du Flucht mit den Standarten.
Nur ungern nickt er, bitte weile,
Komm schnell zurück, ersuche Eile.
Denn ich empfinde so viel Liebe,
Das sagt er, denkt dabei an Triebe.
Ich bin gleich da, meinst du nun heiter,
Entfernst dich dabei langsam weiter.
Bist um die Ecke, auf der Flucht,
Erwischt es dich mit voller Wucht.
Ein neuer Mann, so blond und groß,
Schaut wichtig aus. Das große Los?
Vielleicht ist er der Eine deine,
Du streckst die Brust und spannst die Beine.

FREEOFFICE OFFLINE

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FreeOffice wird eine Sammlung von kostenfreien Tools. So ist eine Kontaktverwaltung schon voll funktionsfähig. Eine Aufgabenplanung, Geburtstagserinnerer, POP3-Checker und ein Wecker sind in Arbeit. Die Software ist Freeware. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele von euch FreeOffice testen/nutzen und mich über Problemfälle und Verbesserungsvorschläge informieren würden.


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ALARMME

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Mein erstes vollständiges Tool: ein digitaler 6/12-Würfel. Ist zwar keine große Leistung doch anno 1998 war es für mich als Coding-Neueinsteiger ein netter Erfolg.


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SCHWARZE GEWäSSER

"Wenn dunkel wird das Wasser um dich,"
"Tropf!"
"Ganz still, und faulig der Gestank,"
"Tropf!"
"Wenn Fische sterbend oben treiben,"
"Tropf!"
"Dann hat es dich in seiner Hand."
"Tropf!"
"Ganz leise wird es dich umkreisen,"
"Tropf!"
"Des Wassers Kräuseln merkst du nicht."
"Tropf!"
"Doch plötzlich wird es dich fest packen,"
"Tropf!"
"Und du verschwindest unters Licht."
"Tropf!"

"Habt ihr es gehört?", fragte Arthur verängstigt.
Seine beiden Begleiter wechselten belustigte Blicke.
"Waren da schon wieder Stimmen?", erwiderte Tom spöttisch.
Der Dritte im Bunde, Rich, knuffte den kichernden Tom an die Seite und grinste verschwörerisch. "Ho-ho", sprach er mit gespielt tiefer Stimme, "das böse Wasserungeheuer kommt um uns zu holen."
Tom und Rich krümmten sich vor Lachen. Ihre Stimmen hallten laut von den feuchten Wänden der Abwassersysteme und wurden von unzähligen Echos in die Dunkelheit begleitet. Weiterlesen weiterlesen

DER KLEINE STERN

Der kleine Stern, inmitten all der schwarzen Leere,
Er leuchtet schwach und traut sich mehr im Dunkeln nicht.
Wenn andere doch nur an seiner Seite wären,
Würd heller scheinen seines Glanzes Licht.

Und so verscheucht er Jahre und Jahrzehnte
Und hofft, dass jemand ihm alsbald zur Seite steht.
Verbringt sein Leben still und ruhig bis zur Rente
Und wundert sich, dass keiner kreuzet seinen Weg.

Die Zeit vergeht, er steht vor dem Erkalten,
Da denkt sich unser alter, müder, schwacher Stern,
Ich wart so lange schon, um Freunde zu erhalten,
Doch keiner kam vorbei und sagte mir er hätt mich gern.

Ein letztes Mal noch, sagte er ganz sauer,
Glüh ich hell auf, verbrauche meine letzte Kraft,
Und reise ein die dichte, dunkle Mauer,
Hinfort mit Finsternis, die um mich herum so lange klafft.

Gesagt, getan, er strahlt nun wie die Sonne,
Doch was war das, er ist ja nicht allein,
Erleuchtet stark von seiner Todeswonne,
Sieht er Millionen Sterne an sich reihn.

Auch sie umschloss die Angst mit großem Schrecken,
Und zitternd saßen sie in stiller Dunkelheit,
Doch unser Stern vermochte hier zu wecken,
Sie treffen sich, vom Nächsten gar nicht weit.

Was bleibt noch Restliches zu sagen,
Als dass der Stern verglühte und verschwand.
Doch hatte er mit seinem braven Wagen
Vereinigt alle Sterne Hand in Hand.

WARUM DER MAIER BLUMEN LIEBT

Erik Maier. 48 Jahre alt. Beamter. Vater von zwei Kindern. Geschieden. Die schönste Zeit in Eriks leben ist der Sommer. Da Herr Maier sehr sparsam lebt, keinen Urlaub macht und aufgrund des Alters seinen Kindern auch keine Alimente mehr zahlt, benötigt er nicht viel Geld zum Leben. Aus diesem Grund, gönnt er sich jeden Sommer auch einen verlängerten unbezahlten Urlaub von drei Monaten. In dem Amt ist während des Sommerlochs nicht besonders viel zu tun, deswegen sind seine Vorgesetzte eher dankbar für dieses beispielhafte Entgegenkommen seitens eines Mitarbeiters. Die Miete seine Zweizimmerwohnung ist recht günstig, natürlich ist die Behausung von der Gemeinde zu besonderen Konditionen bereitgestellt worden. So stört es Herr Maier nicht besonders ein Vierteljahr nicht in seiner Wohnung zu verbringen.
Auch dieses Jahr ist es nun endlich soweit, heute ist der erste Juni – Herr Maiers Erholungszeit beginnt. Weiterlesen weiterlesen

RITTER RUDOLFO

Unser tapferer Ritter Rudolfo reitet auf seinem edlen Ross, Jack, nichtsahnend durch die karge Winterlandschaft der westlichen Ausläufer der Borgaberge. Warm eingemummt in einen dicken Pelzumhang träumt er vom warmen Honiggrog und vollbusigen Schenkenschönheiten. Der Jack phantasiert analog zu seinem Besitzer von frischen Möhrenbündchen und rassigen Hochlandstuten.
Beide erfreuen sich der angenehmen Ruhe und der frischen Landluft. Als plötzlich aus der Ferne ein schwacher Ruf zu vernehmen ist: "Hilfe! Hört mich denn niemand? Zu Hilfe!" Weiterlesen weiterlesen

VON GELD UND FREUNDEN

"Bist du bereit?", fragte Mick seinen Nebenmann.
"Gib mir noch einen kurzen Moment. Ich würde mich gerne von der Welt verabschieden!", antwortete eine gereizte Stimme.
Mick rutschte weiter nach hinten und machte es sich auf dem Geländer bequem. Immer das Selbe, dachte er, egal was wir machen, ich muss immer auf Jo warten. So läuft es schon seit dreizehn Jahren.
Damals haben sich die beiden Jungs mit sechs Jahren im katholischen Kindergarten kennengelernt und sind seit dem unzertrennliche Freunde geworden. Sie haben mit zwölf Jahren gemeinsam am ersten Joint gezogen. Haben sich mit dreizehn zusammen das erste Mal vollaufen lassen. Und mit vierzehn ihre ersten Mädels geteilt. Natürlich war Mick immer derjenige, der den ersten Schritt machte und den Anderen mitzog. Jo, laut Geburtsurkunde Johannes genannt, war eher jemand der sich erst mal alles genau überlegen musste, ein Mensch der zuerst einen Plan ausarbeitete bevor er sich in irgendetwas hineinstürzte. Mick dagegen war der absolute Draufgänger und Raufbold. Er schlug erst zu und klärte danach die offenen Frage. Auf diese Art und Weise hatte er die Beiden schon unzählige Male in Schwierigkeiten gebracht, doch mit Jos Verstand um Micks Schlagkraft, schafften sie es immer wieder sich aus jeder prekären Situationen heraus zu winden. Weiterlesen weiterlesen

POLLYS HOCHZEITSTAG

"Meinst du er wird mich mögen?"
"Natürlich. Wer mag dich denn nicht? Er wird dich lieben!"
"Aber denkst du nicht, dass er mehr von mir erwartet als ich ihm geben könnte? Es ist wird schließlich unsere erste Nacht."
"Mach dir keine Sorgen, ich bleibe ständig in deiner Nähe und pass auf dich auf. Wenn er zudringlich wird, werd ich mich schon um ihn kümmern."
"Ich danke dir. Es ist wirklich schön dich bei mir zu haben."
"Hör bitte mit diesem Gesülze auf, du weißt doch, dass ich so was hass!"
"Tut mir leid, ich wollte dich nicht kränken. Ich mache immer alles falsch..."
"Sei still! Benehm dich nicht wie ein Kind."
"Schluchz..."
"Ich hab es nicht so gemeint. Komm, alle warten schon auf dich. Es wird wunderschön werden."
"Wirklich?"
"Mit Sicherheit. Und ich halt immer mein Wort."
"Ok. Wie sitzt das Kleid?"
"Perfekt. Du wirst die schönste Braut auf der Welt sein."
"Vielen Dank. Ich denke, ich bin nun bereit."
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