HOME

DIE PERFEKTE KREATUR

Die perfekte Kreatur,
Höhepunkt der Schöpfung pur.
Welche Kräfte soll sie haben?
Welcher Nahrung sich erlaben?
Muss sie Schwächen offenbaren?
Muss sie Konventionen wahren?
Soll sie ihren Meister ehren?
Soll sie lieben und begehren?
Wird sie wachsen, sich verbreiten?
Wird sie knechten, wird sie reiten?
Darf sie töten oder sterben?
Darf sie gleichgeschlechtlich werben?
Mag sie fremde Welten hören?
Mag sie diese gar zerstören?
. . .
Ganz egal in welchem Licht,
Menschlich ist sie sicher nicht!

DAS SCHLOSS

Ein hoher einsamer Berg steht mitten in der Landschaft. Bis auf die halbe Höhe von einem dichter, dunkler Wald bewachsen. Nadeln- und Laubbäume greifen gierig ineinander, verknoten sich zu bizarren Gebilden und bewegen sich geheimnisvoll wispernd im ständigen Wind. Der obere Teil des Riesen ist steinig und sehr steil. Der Weg dort hinauf ist beschwerlich und äußerst gefährlich. Vor allem in der Nacht sollte sich niemand dorthin wagen. Denn unruhige Geister sollen dort oben im undurchdringlichen Dickicht des Waldes spucken. Nackte Kreaturen von unbeschreiblicher Hässlichkeit und abgrundtiefer Bosheit sollen dort auf den kahlen Hängen zu jedem Vollmond grässliche Feste feiern - mit riesigen Lagerfeuern, die im Tal ringsum kilometerweit zu sehen sind. Und grün sollen die Flammen dieser Feuer sein. So Grün wie die Irrlichter, die einsame Wanderer des Nächtens auf falsche Pfade locken, direkt in die bodenlosen, faulig sinkenden Sümpfe zu Füßen des Berges. Weiterlesen weiterlesen

DAS BUCH OHNE NAMEN

Ein Buch ohne Titel und ohne jeglicher Erwähnung eines Autors? An sich schon sehr ungewöhnlich. Schlimmer jedoch ist die Tatsache, dass jeder, der das Buch in die Hände bekommt und darin ließt, am nächsten Morgen tot aufgefunden wird. Und das Buch? Das findet auf sonderbare Weise immer einen Weg um zu seinem nächsten Opfer zu kommen. Doch bei seinem letzten Opfer, hatte sich das grauenhafte Buch verschätzt und gelangte an einen Sammler der sehr wohl die Mythen um das Buch kannte und sich akribisch auf sein Treffen mit diesem grauenhaften Artefakt vorbereitet hatte. In jahrelanger Arbeit rekonstruierte dieser den Lebenslauf des besagten Buches von der Gegenwart aus fast drei Hundert Jahre in die Vergangenheit. Auch die meisten Opfer konnte er identifizieren. Er schwor sich, dass sobald er da Buch in den Händen halten würde, er dieses Werkzeug des Bösen sofort und für alle Zeiten vernichten würde. Als er das Buch schließlich fand, hatte er nicht den Mut diesen finalen Schritt auszuführen. Stattdessen sperrte er es sicher in einem Gewölbe innerhalb uralter Katakomben unter seinem Landhaus ein, welches er speziell für diesen einzigartigen "Gefangenen" vorbereitet hatte. Weiterlesen weiterlesen

DER SCHICKSALSSCHREIBER

Dao da Dago war ein kleiner schmächtiger Habborath. Er war sogar zu klein und zu schmächtig für einen Habborath, einem Volk von kleinen und schmächtigen Gestalten. Er war der einzige Gast im ganzen Lokal. Er saß auf dem hohen Stuhl an einem Ecktisch und seine dürren Beinchen baumelten mehr als einen Meter über dem Boden. Er hatte einen langen roten Bart, welcher nach einer alten Tradition in mehreren Zöpfen geflochten war. Die Zöpfe selbst wurden brauchgerecht kunstvoll zu abstrakten Figuren geflochten, die die aktuelle Laune ihres Trägers repräsentieren sollten. Im Moment schienen die Zöpfe kleine Wolken darzustellen - dies war nicht immer klar, denn nicht jeder Habborath war begabt genug um diese anspruchsvollen handwerklichen Tätigkeit umzusetzen. Weiterlesen weiterlesen

WALTER MOERS UND ZAMONIEN

Ich lese gerade "Rumo & Die Wunder im Dunkeln" von Walter Moers und bin total begeistert. Der Witz und der Ideenreichtum in seinen Zamonien-Romanen ist unschlagbar. Endlich mal ein Buch/Romanserie, die ich absolut empfehlen kann. Das Ganze ähnelt etwas Terry Pratchetts Scheibenwelt, ist meiner Meinung nach aber von deutlich dichterer Atmosphäre, unverbrauchterem Ideereichtum und vielschichtigeren Charakteren geprägt.

Die Zamonien-Romane besten aktuell aus:
- Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär (1999)
- Ensel und Krete (2000)
- Rumo & Die Wunder im Dunkeln, (2003)
- Die Stadt der Träumenden Bücher (2004)
- Der Schrecksenmeister (2007)

DAS MAGINET

"Das Maginet ist an sich keine komplizierte Sache. Wie der Name vermuten lässt, ist hier tatsächlich Magie im Spiel, doch die Aufgaben dieser mystischen Disziplin beschränkt sich ausschließlich auf den Transport der Informationen. Die eigentliche Basis der Informationstechnologie ist deutlich profaner. Die Technik basiert auf exakten wissenschaftlichen Grundlagen und bedient sich bewährten Elementen aus der Physik und Chemie.
Doch ich greife vor, fangen wir am besten von vorne an.
Es ist gut neunzig Jahre her, dass Dr. Gonzo Huse, ein hoch dotierter Erfinder und technische Mitarbeiter an der Technischen Universität zu Holzhausen wichtige Informationen zur Patenlage mehrschichtiger Sauerstofffilterapparate zur Beschleunigung feuerangetriebener Fahr- und Fluggeräte benötigte. Er begab sich daher zum lokalen Patentamt und bat um die gewünschte Unterlagen. Die dortigen Beamten taten ihr bestes: sie suchten mehrere Monate nach den entsprechenden Niederschriften in lokalen Archiven, wie auch in allen sonst bekannten Patentämtern rund um die Welt. Obwohl die schnellsten geflügelten Boten eingesetzt wurden und keinerlei Kosten bei der Beschaffung dieser Informationen gescheut wurden, war der größte Konkurrent von Dr. Huse, der Graf Stantiski von Beryl, schneller und meldete in der Zwischenzeit ein Patent an, welches eine Erfindung kanoniserte, die der Erfindung von Dr. Huse extrem ähnlich war. Nachgewiesener Maßen, hatte Graf Statinski gerüchteweise vom Dr. Huses Anfrage in Holzhausen gehört und hatte während der Prüfphase des Patentamtes genug Zeit gehabt um selbständig ein Produkt zu entwickeln, welches sich funktionstechnisch mit dem von Dr. Huse deckte und als erster ein Patent anzumelden. Diese Erfindung revolutionierte die Industrie und brachte Graf Statinski unbeschreiblich viel Gold und Ruhm ein. Dr. Huse - obwohl er als erster die Idee dazu hatte und als erster einen vorführungswürdigen Prototypen besaß - ging leer aus. Dies ärgerte ihn dermaßen, dass er beschloss neue Wege zu suchen, um die Informationsbeschaffung signifikant zu verbessern. Er gründete eine Forschungsgruppe bestehend aus Handwerkern, Technikern, Biologen, Geologen und Magiern, um die Möglichkeiten für sein Vorhaben auszuloten. Um nicht schon wieder vom Graf Stratinski überholt zu werden, machte er publik, dass er sich mit der Ertragsmaximierung von Getreide beschäftigte. Er warf absurde Theorien auf, die hochtrabende Begriffe wie GENMANIPULATION, MOLEKULARBIOLOGIE und REKOMBINANTE DNA zu Inhalt hatten und lockte somit seinen Erzfeind auf eine falsche Fährte.
Im Geheimen aber experimentierte das Expertenteam mit lebender und toter Materie, um geeignete Medien zur zentralen Speicherung von riesige Datenbeständen zu ermöglichen. Es wurden Wege gesucht diesen Daten einen verzögerungsfreien globalen Transport zu ermöglichen. In weiteren Schritten wurden Verfahren entwickelt, die eine Replizierung dieser Daten erlaubten, um das gesammelte Wissen redundant ablegen zu können. Dies sollte sowohl der Ausfallsicherheit, wie auch die Erreichung höhere Zugriffe dienen.
Nach nur zwei Jahren Entwicklungzeit präsentierte das Team rund um Dr. Huse der erstaunten Welt - und dem nicht minder erstaunten Graf Statinski - das Maginet.
Das System war bis ins kleinste Detail durchdacht und kombinierte unterschiedliche Disziplinen aus den Bereichen der Wissenschaft und der Mystik zu einer einzigen perfekt funktionierenden Maschinerie. Die Daten selbst wurden in künstlich gezüchteten Schleimkonzentraten abgelegt. Diese organischen Speicher zeichneten sich durch extrem geringe Latenzzeiten aus, hatten jedoch den Nachteil einer sehr begrenzten Lebensdauer und mussten daher in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Zur Sicherung und dauerhaften Aufbewahrung der Datenbestände wurden seltene und ungeheuer teure Klarkristale verwendet. Die Zugriffe auf diese Daten wurden mit Gerätschaften realisiert, die so kompliziert, so winzig und so filigran waren, dass bei der Herstellung von benötigten Komponenten nur ein Bauteil bei tausend durchgeführten Versuchen gelang. Dreifarbige Lichtstrahlen wurden durch klitzekleine Linsen, welche mit bloßem Auge nicht mehr wahrgenommen werden konnten, so stark konzentriert, dass je nach gewünschtem Zustand Informationen in die entsprechenden Datenträger geschrieben wurden, bzw. wieder ausgelesen werden konnten.
Soweit so gut, bis hierher kam die Wissenschaft zwar auf Umwegen, doch sie schaffte es ohne Unterstützung seitens der magisch begabten Fraktion. Die Informationsapparate standen nun bereit und waren prall gefüllt mit wichtigen und weniger wichtigen Testdaten. Lokal gesehen, konnte nun auf die Speicher bidirektional zugegriffen werden, doch dies war schon vor der Dr. Huses Erfindung in den jeweiligen Staatsbüchereien und Privatbibliotheken möglich. Der blitzschnelle Zugriff von überall her, war das Problem, welches er mit seiner Arbeitsgruppe lösen wollte. Die erste Option bestand darin, Leitungen zu verlegen. Hochgeschwindigkeits-Datenbahnen, die angefragte Informationen in Sekundenbruchteilen von A nach B transportieren sollten. Diese Herangehensweise an das Transportproblem setzte allerdings eine extreme Verkabelung der bekannten Welt voraus. Der Aufbau dieser Infrastruktur wäre sehr ressourcenlastig und fehleranfällig. Des Weiteren würde es Jahre, wenn gar nicht Jahrzehnte dauern, die erforderlichen Leitungen in der benötigten Menge zu verlegen, so dass jeder Bewohner der Welt einen Zugriff auf dieses neue öffentliche Informationsnetzwerk erhielt. Eine Beschränkung des Zugriffes auf ausgewählte Institutionen lehnte Dr. Huse kategorisch ab. Die Informationen sollten allen Bewohner von Gronia zur Verfügung stehen und ein Allgemeingut werden. Daher kam nur eine Möglichkeit in Frage: eine kabellose Übertragung der Daten. Und hier kam die Magie in Spiel.
Wie allgemein bekannt durchziehen magische Ströme unsere komplette Welt. Dabei ist es vollkommen egal, ob man sich auf dem Lande, in der Luft, unter Wasser oder unter der Erde befindet, überall können Wesen mit der entsprechenden Begabung- diese Energien anzapfen. Ein gewisser Professor Dr. Brunk Dallien - welcher für seine radikalen, aber richtungweisende Ideen bekannt war - vertrat die gewagte Theorie, dass diese ganzen magischen Energien nicht nur überall existent sind, sondern auch ausnahmslos miteinander verknüpft wären. So soll z.B. auch die allseits beliebte telepathische Kommunikation über eben dieses Netzwerk (ein Begriff, auf den Professor Dallien ganz besonders stolz war) stattfinden - spann er den Gedanken weiter. Doch bevor Professor Dallien praktische Beweise für seine gewagte Theorie liefern konnte, verschwand er leider bei einer seiner zahlreichen Expeditionen spurlos. Das Ziel der besagten Expedition war es nachzuweisen, dass Kannibalismus bei den Eingeborenen des Jura-Dschungels heilbar wäre. Böse Zungen behaupteten, dass Professor Dallien mit dieser seiner letzten Theorie definitiv daneben lag und damit nicht nur für die Presse eine gefundenes Fressen wurde.
Dr. Huse nahm sich der Theorie der vernetzten magischen Energien an. Und es funktionierte tatsächlich. Schon beim ersten Versuch wurde die gesendeten Daten über eine Entfernung von mehr als 100 Kilometer empfangen. Diese Informationspakete kamen zwar nicht vollständig an, doch nach einigen Experimenten mit diversen Komprimierungs- und Validierungstechniken der magischen Algorithmen gelang eine nahezu 100prozentige Datenübertragung. Des Weiteren wurden in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der magischen Gilden unzählige Informationsportale eingerichtet, die zum Einen in regelmäßigen Abständen die entsprechenden Signale verstärkten und somit eine höhere Reichweite der übertragenen Informationen ermöglichten. Zum Anderen koordinierten diese Knotenpunkte die zielgerechte Verteilung der angeforderten Informationen."

. . .

DIE WüSTE

"Die grauen Gnome beherrschten die Welt unterhalb der Wüste. In jahrhundertelanger unermüdlicher Arbeit zogen sie tausende von Kilometern an geheimen und streng bewachten Tunnel unter den tödlichen Sanddünen und füllten diese mit allerlei technischem Schnick-Schnack. Die Funktionen unzähliger Maschinen wurden im Laufe der Zeit vergessen. Und so kam es nicht selten vor, dass ein unvorsichtiger Abenteurer in seinem jugendlichen Leichtsinn einige Knöpfe an der soeben entdeckten fremdartigen Apparatur drückte... Jahre später rätselten hochrangige Wissenschaftler und graumelierten Historiker immer noch über den Ursprung und die Daseinsberechtigung eines Kraters mit mehreren Kilometern Durchmesser inmitten einer der größten Wüstenstädte. Weiterlesen weiterlesen

DER STRAßENPHILOSOPH

Habt ihr schon mal über die Möglichkeiten nachgedacht? Es gibt so viele Wege zu gehen. An jeder Kreuzung gibt es stets unzählige Richtungen - da ist es einem unmöglich eine Wahl zu treffen. Die Kombinationen sind unendlich und die Folgen nicht abschätzbar. Was ist, wenn wir den falschen Weg wählen? Verschließen sich uns für immer die weiteren Möglichkeiten, die uns zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort zur Verfügung standen? Weiterlesen weiterlesen

DER SINN DES LEBENS

Der Sinn des Lebens; ihn zu suchen ist vergebens.
Denn darf man Philosophen glauben, ist keineswegs hier zu erlauben
Den Sinn zu ahnen und zu finden. Ihn sehen, schmecken - lindern,
Wird es keine Schmerzen, und scherzen?
Dies wird sicher keiner wagen, gar ertragen,
Wenn einer in der Nahumgebung, mag bitten tränend um Vergebung,
Für Blasphemie und Lügenworte von gänzlich übler Gossensorte.
Wer oben steht, schaut nicht nach unten. Und auch nicht bunten
Hunden hinterher. Schon gar nicht mitten im Verkehr...
Von einer Stadt - versteht sich da - reden wir hier in Lyrik klar.
Und deutlich - manchmal auch versteckt. Oder einfach nur verdeckt?
Den Sinn des Lebens zu entdecken, mag wohl im Sinn-des-Lebens stecken.

NERD'S DREAMS (AND NOOB'S NIGHTMARES)

Digital Pimping (MVC and Interfaces)

The Suffering - Start
© 2000-2017 ganje.de