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WAS SIND GEDICHTE?

Was sind die Reime, was Gedichte,
Solch träge Ferse, nichts für die Welt
Es schreiben diese nur verklemmte Wichte,
Meist nicht für Rum, nicht Frau, nicht Geld.

Es geht darin um Schmerz, um Liebe,
Um Hass, um Helden, Reichtum, Krieg,
Was wäre aber wenn die Feder im Etui bliebe,
Wäre dies nicht eines Schreiber Sieg?

Allein mit seinen Wünschen und Gedanken,
Im Inneren, da tobt der dunkle Sturm,
Kein Nachgeben und kein Stress ums Worteranken,
Von Aug zu Aug mit diesem nimmersatten Wurm.

Doch der Poet ist einsam und dann all diese Gefühle,
Das ist zu viel für ihn, er kommt hier nicht mehr klar,
Schnell raus damit, sonst bricht die schwache Hülle,
Unkontrolliert wird's dann und merklich sonderbar.

So schreibt er hastig solche Sätze nieder,
Er atmet ruhig und erleichtert aus.
Doch kurz danach sprudelt es im Tiefen wieder.
Und es muss raus, muss raus, muss raus.

Stellte er sich einmal diesem Fluss entgegen,
Und sagte, Nein, ich mag dies nicht mehr tun,
Dann wären wir verschont von manchen krummen Wegen,
Und der arme Dichter wäre ein für alle mal immun.

Er hörte auf und die Gedanken würden ihm vergeben,
Das er mit Zwang sie in die schlechten Reime presst,
Er hätte Spaß da draußen im normalen Leben,
Vereint mit Seinesgleichen und dem großen Rest.

DER DURCHSCHNITTLICHE DURCHSCHNITT

Prolog

"Du Schatz, ich bin schwanger." Sie steht vor mir und schaut mir voller Hoffnung in die Augen. So glücklich wie in diesem Moment habe ich sie schon lange nicht gesehen. Normalerweise würde ich in solchen Momenten scherzen, nicht unbedingt weil ich witzig sein möchte, sondern um mein Unwohlsein zu überspielen. Doch ich spüre, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt für so etwas ist. Daher schenke ich ihr mein strahlendstes Lächeln und sage ihr, wie sehr ich mich freue. Nehme sie in meine Arme, streiche über das Haar, na das Übliche halt, was man so aus den Liebesschnulzen kennt. Nicht dass ich auf diese Art von Filmen stehe, aber manchmal muss ein Mann leider Grenzen seiner eigenen Belastbarkeit überschreiten und Dinge tun, die er sich nicht einmal in seinen schlimmsten Träumen ausmalen kann... Ja, ich habe schon mal Rosamunde Pilcher Filme ansehen müssen. Pardon, ansehen dürfen und in "Von Winde verweht" bin ich inzwischen zu einem wahren Meister emporgestiegen. Doch was wäre ein richtiger Mann, wenn er nicht aus jeder noch so sinnlosen Zeitverschwendung das Beste rausholen würde. Also beobachtete ich bei solchen Sitzungen den Film und die Frauen. Und bald schon konnte ich jede Reaktion der Frauen vorhersagen. Ich wusste genau, welche Szene was bei den Frauen auslöst und ich muss gestehen, manchmal griff ich auf dieses Wissen zurück und benutzte es im wirklichen Leben. Wenn man genau weiß, was von einem erwartet wird, ist das Leben um einiges leichter und angenehmer. Also stehe ich da, drücke sie an mich, streichle ihren Rücken und tue so, als ob ich ihren Zukunftsplänen verständnisvoll zuhören würde. In Wirklichkeit aber ziehen ihre Worte ungehört an meinem Ohr vorbei, ich blicke in die Ferne und meine Gedanken sind ganz woanders. Ein Kind? Ich bin doch erst dreißig! Mein vergangenes Leben zieht an meinem geistigen Auge vorbei. Und schlimmer noch, das zukünftige Leben folgt sogleich dichtgedrängt und ich sehe mich in Pantoffeln und Schürze in einer verdreckten Küche stehen. Eine fleckige Schürze um die Taille gebunden, ein schreiendes Kind im Arm und zwei weitere rennen um mich herum, schreien und bewerfen mich mit klebrigen Brei. Eine grauenhafte Vorstellung. Wie gut, dass Kinder reine Frauensache sind.
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HELDENTOD

Mein Name ist Jan Dan Tjanchen. Und ich bin ein Held. Ja, lachen Sie ruhig... Fertig damit? Gut. Ich habe mir den Namen nicht ausgesucht und ja, er klingt weder männlich noch heldenhaft. Das ist mir bewusst. Aber trotz des, sagen wir mal etwas besonderem Namengeschmacks meiner Eltern, habe ich fünf Jahre bei der Föderalen Flotte überstanden. Fünf Jahre direkt an der Front, inmitten von Asteroiden und diesen verdammten Xarangas. Ja, ich war bei den Grenzkriegen mit dabei und lebe immer noch. Letzte Woche war meine Verabschiedung. Mit Dankeschön und Orden vom Vater Stadt und natürlich mit der Aufforderung sich für weitere fünf Jahre zu verpflichten. Mehr Sold und bessere Schiffe samt Ausrüstung. Das volle Programm also. Aber nein, vielen Dank. Wenn man einmal draußen war, weiß man was dort abgeht. Und mit diesem Wissen geht man mit Sicherheit nicht wieder an die Front. Von den Rekruten meines Jahrgangs kamen vierzig Prozent in Biosärgen nach hause. Weitere fünfzig Prozent wurden bei den Einsätzen pulverisiert und sind nun eins mit dem Universum. Die restlichen zehn Prozent, die bin ich. Hört sich alles sehr dramatisch an, ist aber leider die Wahrheit. Das letzte Jahr war kein sehr Gutes für die Streitkräfte der Föderation. Weiterlesen weiterlesen

AQUA

Langsam füllte sich die Badewanne mit Wasser. Der duftende Schaumberg wuchs unaufhaltsam, so auch Ihre Vorfreude auf ein entspannendes Bad. Sie stellte die Flasche Wein sowie ein Glas auf die marmorne Ablage neben der Gusswanne, verteilte mehrere Kerzen im Raum und löschte das Licht in der restlichen Wohnung. Ein letzter prüfender Blick und schon ließ sie ihre Kleider zu Boden gleiten und stieg in das warme Badewasser. Sie schloss ihre Augen, lehnte sich zurück und ließ sich vom wolligen Gefühl umhüllen. Weiterlesen weiterlesen

HONGKONG 2005

Hier unser Hongkong-Reisebericht aus dem Jahr 2005. Der Bericht ist zwar noch nicht vollständig und fehlerfrei, aber immerhin schon mal ein guter Anfang. Oder etwa nicht? Smiley
Und nun viel Spaß...

Hongkong Karte Weiterlesen weiterlesen

GROßVATERS ERBE

"Großvater, darf ich dich was fragen?"
"Natürlich, mein Kind. Was bedrückt dich?"
"Ich habe letzte Woche zufällig Oma und Mama von dir reden hören. Sie sprachen darüber, dass du mal einige Jahre verschwunden warst und niemand weiß wo du damals warst. Stimmt das?"
"Ja, das stimmt mein Junge. Und du möchtest wissen wo ich war?"
"Würdest du es mir erzählen?"
"Natürlich, du weißt doch, dass du mein Lieblingsenkel bist, oder nicht?"
"Ja, das weiß ich."
"Du musst aber dieses Geheimnis für dich behalten. Versprichst du mir das?"
"Indianerehrenwort!"
"Gut. Lass uns eine Runde durch den Garten gehen."
"Weißt du wie alt unser Haus ist? "
"Nein Großvater." Weiterlesen weiterlesen

NATüRLICHE FEINDE

Hallo, mein Name ist Viktor. Viktor Corben. Darf ich mich zu Ihnen setzen?
Es tut mir leid Sie belästigen zu müssen aber ich habe leider keine andere Möglichkeit. Ich werde verfolgt. Sie sind schon seit Tagen hinter mir her. Ich kann mich nirgendwo mehr verstecken. Ich bin müde, ich kann nicht mehr. Sollen sie mich holen, es ist mir egal. Ich möchte nur schlafen. Endlich mal wieder ruhig schlafen. Traumlos und friedlich. Einfach nur schlafen.
Bald ist es soweit, doch davor muss ich mit jemandem reden. Mein Wissen darf nicht mit mir sterben. Es könnte die Welt retten. Oder auch zerstören. Doch dies zu entscheiden liegt nicht in meiner Macht. Ich muss nur die Geschichte am Leben erhalten. Sie weitergeben. Die Information darf nicht mit mir verschwinden. Bitte helfen Sie mir. Sie sind die letzte Hoffnung der Menschheit.
Ich spüre Ihr zögern. Doch glauben Sie mir, ich bin nicht verrückt. Sehen Sie sich meine Wunden an. Schauen diese Verletzungen aus, als ob sie von Menschenhand zugefügt wurden? Ich bin Doktor der Biologie. Schwerpunkt Arachnologie. Promoviert an der Universität Berlin. Weiterlesen weiterlesen

DAS ENDE

Uns wollten wir das Bestes geben,
Für beide veränderte sich das Leben.
Uns pflegen, hegen, endlos lieben,
Auf das vereint wir ineinander liegen.
Doch leider war es nicht zu schaffen,
Das ständige Zusammenraffen,
Hat dich und mich dann doch zerstört,
Und keiner hat auf die Zeichen gehört.
Wir trieben das Spiel unerkannt an die Spitze,
Wir machten darüber auch alberne Witze.
Doch nun ist es aus, es ist Schluss und vorbei,
Es gib nur zwei Opfer, du und ich sind dabei.
Jetzt können wir uns an die anderen wenden,
Auf schnelleren Wegen zu weiteren Enden.

DIE ÜBERMACHT

"Commander!" der Soldat keuchte vor Anstrengung. "Aus dem Osten nähert sich eine weitere Horde Duroks. Schätzungsweise fünf Hundert. Was sollen wir tun?"
Commander Jennings war ein gestandener Mann von fünfundvierzig. Seine dreißigjährige Erfahrung bei den Truppen hat ihn Besonnenheit und Gelassenheit gelehrt. Er wusste, wie schnell eine Überreaktion die Moral von einfachen Soldaten schwächen konnte. Er wusste auch um die Kraft, die ein Lichtblick, der kleinste Schimmer einer Hoffnung, in Menschen auslösen konnte. Er hatte die Verantwortung über seine Leute und sie vertrauten ihm. Doch nun war der Zeitpunkt gekommen, an dem er das tun musste, was er immer verabscheut hatte: Er musste lügen. Er musste seinen Leuten etwas vormachen. Er hasste diese Eigenschaft an den Anderen, doch nun gab es keinen Ausweg mehr. Er tat es für seine Soldaten. Weiterlesen weiterlesen

TRANCE

Ein Blitz, ein zweiter, tausende folgen,
Gleiten sanft an dir vorbei, ziehen dich mit,
Sinnlos dich zu wehren, lass dich gehen,
Schließe die Augen und genieße.
Du bist nicht allein, schwitzende Körper um dich herum,
Heiß und hemmungslos, keine Limits
Keine Pause, weiter, weiter, immerfort,
Nur nicht stoppen, nur nicht enden, du willst mehr
Die Augen geschlossen, den Rauch spürend,
Die Wellen tragen dich weiter, bum-bum, du spürst den Beat.
Stopp!
Ruhe!
Du atmest ein, du atmest aus, du atmest ein, du atmest aus.
Der Beat kommt wieder, du willst dich wenden, willst dich biegen,
Kein Teil deines Körpers bleibt verschont,
Minute um Minute, Stunde um Stunde, die Nacht vergeht.
Doch der nächste Abend wartet schon.
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