Der kleine Stern

Der kleine Stern, inmitten all der schwarzen Leere,
Er leuchtet schwach und traut sich mehr im Dunkeln nicht.
Wenn andere doch nur an seiner Seite wären,
Würd heller scheinen seines Glanzes Licht.

Und so verscheucht er Jahre und Jahrzehnte
Und hofft, dass jemand ihm alsbald zur Seite steht.
Verbringt sein Leben still und ruhig bis zur Rente
Und wundert sich, dass keiner kreuzet seinen Weg.

Die Zeit vergeht, er steht vor dem Erkalten,
Da denkt sich unser alter, müder, schwacher Stern,
Ich wart so lange schon, um Freunde zu erhalten,
Doch keiner kam vorbei und sagte mir er hätt mich gern.

Ein letztes Mal noch, sagte er ganz sauer,
Glüh ich hell auf, verbrauche meine letzte Kraft,
Und reise ein die dichte, dunkle Mauer,
Hinfort mit Finsternis, die um mich herum so lange klafft.

Gesagt, getan, er strahlt nun wie die Sonne,
Doch was war das, er ist ja nicht allein,
Erleuchtet stark von seiner Todeswonne,
Sieht er Millionen Sterne an sich reihn.

Auch sie umschloss die Angst mit großem Schrecken,
Und zitternd saßen sie in stiller Dunkelheit,
Doch unser Stern vermochte hier zu wecken,
Sie treffen sich, vom Nächsten gar nicht weit.

Was bleibt noch Restliches zu sagen,
Als dass der Stern verglühte und verschwand.
Doch hatte er mit seinem braven Wagen
Vereinigt alle Sterne Hand in Hand.

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