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FREIHEIT

Jens kam am Hauptbahnhof in Zürich an. Freiheit! Endlich war er unterwegs. Gerade mal drei Tage war es her, als er und seine Klassenkameraden während einer feierlichen Zeremonie ihre Abiturzeugnisse erhalten hatten. Dreizehn Jahre geistiger Schinderei fanden ein abruptes Ende. Auf einmal war man frei. Frei von Lernzwängen. Frei vom täglichen Trott. Vor allem die letzten beiden Jahre waren für Jens, der nie ein besonders guter Schüler war, Stress pur. Während andere die Sommer im Freibad verbrachten, saß er in seinem Zimmer und büffelte Mathe, Geschichte, Latein - alles Dinge, die ihm weder Spaß machten, noch besonders leicht fielen. Doch nicht desto trotz hatte er es geschafft. Die nächste Stufe in seinem Lebenslauf, Studium oder eine Ausbildung, konnte warten. Er wusste ohnehin nicht, in welche Richtung er sich weiter entwickeln sollte. Auch hier war er anders als seine Freunde, die sich schon seit längerem entschiede nund an den entsprechenden Fakultäten eingeschrieben, bzw. sich um Ausbildungsstellen beworben hatten. Vielleicht würde die anstehende Reise ihn bei dieser wichtigen Entscheidung voran bringen. Hoffentlich würde ihn sein zweimonatiger Trip durch Europa reifen lassen und die Entfernung von Zuhause eine differenziertere Sicht auf die Dinge erlauben. Weiterlesen weiterlesen

AUF DER WALDLICHTUNG

Es war einmal ein großer staatlicher Baum. Um genauer zu sein, handelte es ich hierbei um einen Eichenbaum - und dieser war bereits mehrere Hunderte Jahre alt. Er war der älteste Baum im ganzen Wald und stand majestätisch aufgerichtet inmitten einer großen Lichtung. Manche einer behauptete, der Baum stünde hier schon lange bevor das ganze Land um ihn herum zu einem Wald heranwuchs.
Alle Tiere des Waldes mochten den lieben, weisen Baum. Einmal im Monat, zum Vollmond, versammelten sich alle Kreaturen des Waldes um den Baum herum und feierte ein Fest. Sie lachten, musizierten und waren alle sehr fröhlich. An diesem einem Abend waren alle Tiere Freunde. Der Hase lud den Wolf zu einem Tänzchen ein. Die Maus ritt vergnügt auf der Wildkatze und der Grashüpfer spiele furchtlos auf seiner Violine, während die Eule im Takt uhute.
Auf diesen besonderen Tag freute sich der große Baum immer. Er wiegte sich langsam zu den Klängen der Musik, raschelte mit seinen Blättern im Wind und summte zufrieden vor sich hin. Weiterlesen weiterlesen

COMPUTERSPIELEN RICHTIG GEMACHT

Ich hatte gestern mal zwei PC-Spiele geholt. Während der Installation blätterte ich ein wenig in den Anleitungen und las dabei folgende "Vorsichtsmaßnahmen während der Benutzung":
  1. Stellen Sie sich nicht zu nahe an den Bildschirm.
  2. Spielen Sie das Computerspiel vorzugsweise auf einem kleinen Bildschirm.
  3. Spielen Sie nicht, wenn Sie müde sind oder wenig geschlafen haben.
  4. Spielen Sie in einem gut beleuchteten Raum.
  5. Legen Sie beim Spielen stündlich eine Pause von 10 bis 15 Minuten ein.

Puh, da hatte ich die letzten zwanzig Jahre absolut alles falsch gemacht! Irgendwie klingen diese fünf Punkte nicht gerade spaßfördernd. Ich hatte es in der Vergangenheit eher so gehandhabt:
  1. Je näher am Bildschirm, desto mehr "mittendrin" fühlt man sich (50 cm sind mehr als ausreichend).
  2. Je größer der Bildschirm, desto mehr Spaß hat man mit dem Spiel (vielleicht hätte ich meinen PC aber doch lieber am GameGear anschließen sollen).
  3. Ich spiele BIS ich so müde bin, dass ich mich mit den letzten Kraftreserven gerade noch kriechend ins Bett schleppen kann.
  4. Wahrscheinlich sollte ich Resident Evil bei hellem Sonnenschein spielen. Dies fördert sicherlich die düstere Atmosphäre und zur Not habe ich ja auch deutlich weniger Angst inmitten einer blutdüsternden Zombiemeute, wenn draußen vor dem Fenstern fröhliches Vogelgezwitscher zu vernehmen ist.
  5. Ob der Endboss Verständnis zeigt, wenn ich mitten im Schlag auf meine Armbanduhr schaue, feststelle dass schon wieder eine Stunde rum ist und höflichst einen Spielstopp von 10 bis 15 Minuten erbitte?

Zusammengefasst verlangt die Spiel-Anleitung von mir alles zu unterlassen was den Spiel-Spaß fördern könnte, oder?

DER PHILOSOPH

Der Philosoph, der Philosoph, alleine was er stets versoff,
Das hätt in anderen Kulturen gereicht für Autos, Haus und Huren.
Doch dies, bemerkte er bei Zeiten, würd nicht die Horizonte weiten.
Es schränkt den Geist wohl eher ein, hät man zu viel bei sich daheim.
Drum liebe Dinge, die vergehen. Die nicht im Keller staubig stehen.
So nutze alles frei und wild, behalt im Geiste stets ein Bild.
Denn viel mehr kannst du eh nicht tragen, ohne auf ewig zu verzagen.

DAS ERBE

George Burton saß alleine in einem Sechser-Abteil eines Schnellzuges nach Berlin und grübelte. Unglaublich, einfach unglaublich, dachte er und schüttelte sicherlich schon zu hundertsten Mal an diesem Tag seinen Kopf. Wie schnell sich der Mensch doch an neue Gegebenheiten anpassen kann. Es kam ihm vor als ob schon Wochen vergangen waren, dabei saß er erst gestern Abend beim Dr. Frank von Weilen, einem sympathischen grauhaarigen Notar im fortgeschrittenen Alter im Büro und hörte eher erstaunt als erfreut dem langatmigen Monolog zu.
"... Möchten Se das Erbe antreten?", beendete Dr. von Weilen seine gestrigen Ausführungen. Weiterlesen weiterlesen

GARANTIEANSPRüCHE BEIM KIND?

Liebe Forum-Community,

wir haben ein Problem. Es geht um unser Kind (Model: 2008, männlich). Dieses entwickelt seit einigen Monaten ein ganz sonderbares Verhalten. Im Rahmen der Gewährleistung, also innerhalb der ersten zwölf Monate, lief alles perfekt. Das Kind war berechenbar und stets folgsam. Kaum brach das neue Jahr an, begannen die Probleme. Erst waren es kleine, kaum wahrnehmbare Fehlfunktionen und wir wollten erst abwarten ob sich die Unregelmäßigkeiten wieder geben. Doch nun häufen sich die Defekte dermaßen, dass eine einwandfreie Verwendung nicht mehr möglich ist.

Hier nur eine kleine Aufzählung der bestehenden Fehlfunktionen:
- entwickelt einen eigenen Willen
- widerspricht und hört nicht auf Vorgesetzte/Eltern
- neigt zu unberechenbaren Gemütsschwankungen
- weigert sich konsequent die täglichen Hausarbeiten durchzuführen
- hat trotz redlicher Bemühungen seitens der Elternschaft bis zum heutigen Tag weder Lesen, noch Schreiben gelernt

Das erwähnte Subjekt befindet sich nun etwas mehr als 24 Monate in unserem Besitz - d.h. auch die entsprechenden Garantieansprüche sind inzwischen leider erloschen.

Nun meine Fragen: hatte jemand mit diesem Model ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie ist beim Lieferanten die Kulanz ausgeprägt? Wird hier das schadhafte Subjekt komplett ausgetauscht oder nur in Teilen repariert?

Vielen Dank im Voraus

xxx

P.S.: Und hier ein aktuelles Bild vom kleinen Monster...

Getriebe

EIN KURZES MäRCHEN VOM VOLKSWAGEN

The story so far...
Es war ein mal ein Auto. Es fuhr stets fröhlich vor sich hin. Doch eines Tages wollte es auf der Schnellstraße plötzlich nicht mehr so kraftvoll voranschreiten, wie es der Fahrer gewohnt war. Alsbald war der Fehler gefunden: das Getriebe hatte Suizid begannen. Dabei ging die lebensmüde Komponente erstaunlich geistreich vor - bedenkt man, dass es sich hierbei um leblose Materie handelte. Das Getriebe brach vom größten Zahnrad in seinem Inneren einen Nietenkopf ab und schleuderte ihn am geschickt gewählten Höhepunkt der Drehzahlmessung durch den eigenen Körper. Das entfremdete Kleinsteil schoss willenlos durch das gepeinigte Getriebegehäuse nach außen und zog durch das entstande Loch das lebenswichtige Öl aus dem Inneren des depressiven Getriebes mit sich. Als Folge blutete das Todunglückliche regelrecht aus und verschliss in seinem Todeskampf alle beteiligten Zahnräder.

Epilog:
Das Auto wurde augenblicklich ins künstliche Koma gelegt und einer Notoperation unterzogen. Einige Tage später nahm das neue Getriebe (unterstützt von einer neuen Kupplung) seinen Dienst auf. Technisch schien alles wieder beim Alten zu sein. Doch wie schaute es mit geistigen Schäden aus? Hatte dieses grauenvolle Erlebnis dem Fahrzeug einen irreparablen psychischen Schaden zugefügt? Dies wird der zuständige ADAC-Psychoanalytiker in den nächsten zehn Sitzungen sicherlich in Erfahrung bringen - und in darauf folgenden fünfzig Sitzungen hoffentlich beheben können...

Getriebe

Getriebe

EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE

Wenn ich mal groß bin, denkt sich das kleine Nintendo DS, werde ich ein riesiges Netbook mit einer rasend schellen Dualcore-Atom-CPU und mächtig viel Arbeitsspeicher. Dann ziehe ich mir Windows 7 an und gehe ab wie eine Rakete!

ASUS EEE PC und Nintende DS

DER KLEINE BAUER

What the fuck!? - dachte ich mir, als ich in unserem Firmenkühlschrank einen winzigen Joghurtbecher erblickte, der 100 Gramm des entsprechenden Milcherzeugnisses beinhaltete.

Getriebe

100 Gramm! Das sind nicht mal zwei Löffel an Inhalt! Zwei Sekunden an Lecker-Essspaß. Ein unbefriedigendes Lockangebot an den Gaumen! Quasi ein Vorspiel ohne Hauptgang! Eine Zeitverschwendung, die den Aufwand des Kaufs, des Transports, des Becheraufmachens und des Löffelbeschmutzens nicht rechtfertigt!
Das schockiert mich wirklich! Ich kann das Gesehene einfach nicht mit meinem 5-Liter-Joghurteimer-aus-dem-Großhandel-Leben vereinbaren!

Bescheidenheit in aller Ehren, doch das geht nun wirklich zu weit! Entweder richtig oder gar nicht! Ich bin schockiert und empört! And I'm not amused! Verkehrte Welt! Tzz-tzt-tzz! *kopfschüttel*

GOTT, FEHLMANAGEMENT UND GRößENWAHN

Ein Christ: "Jesus hatte Wunder gewirkt und unzählige Menschen geheilt."
Wieviele waren das 10, 100, 1000? Und wieviele Menschen sind in seinem und in Gottes Namen gestorben - 10000, 100000, 1000000? Vielleicht wären Wunder und die Lehre von der Nächstenliebe an anderen Stellen angebrachter?
Wenn es Gott, Jesus und Co. wirklich gab/gibt, dann haben sie vor über 2000 Jahren etwas gewaltiges ins Rollen gebracht und sofort die Kontrolle darüber verloren. Ein klarer Fall von Fehlmanagement und Größenwahn.
Und die Popularität des Ganzen ist wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Durchschnittsmenschen (Durchschnittsmensch darf an dieser Stelle gerne negativ verstanden werden) jeden unausgegorenen Mist andrehen kann, Hauptsache das Marketing passt und/oder der Verkäufer/Prophet ist fähig.

Aktuelle Beispiele? Gerne: Apple, SAP.

P.S.: Damit sich die Christen nicht auf den Schlips getreten füllen: das Obige kann auch problemlos auf jede beliebige Religion angewendet werden, die auf Verdummung und/oder Fanatismus beruht.
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