Hongkong 2005

Hier unser Hongkong-Reisebericht aus dem Jahr 2005. Der Bericht ist zwar noch nicht vollständig und fehlerfrei, aber immerhin schon mal ein guter Anfang. Oder etwa nicht? Smiley
Und nun viel Spaß...

Hongkong Karte

Inhalt
- Fotogalerie
- 2005-08-31: We goin' to Hongkong
- 2005-09-01: Von Klimaanlagen und verdammten Strassen
- 2005-09-02: Fuß, Aua und viel YamiYami
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2005-08-31: We goin' to Hongkong [top]

Nachdem wir uns von meinen Eltern zum Bahnhof haben fahren lassen, war ich echt froh, dass wir nur einen Koffer genommen und dort Sonjas und meine Sachen reingeknörrt hatten. Ein Bekannter hatte uns gesagt, dass es in Hongkong superbillig Koffer zu kaufen gibt, und da wir eh einen eigenen Koffer bräuchten, reisen wir nur mit einem vollen Koffer (ist geliehen) ab und kommen mit zwei vollen Koffern zurück. Gute Idee, denn so kann man mehr von den angeblich spotgünstigen Klamotten außer Landes "schmuggeln".
Gesagt getan und so standen wir human beladen und überpünktlich am richtigen Gleis, die Deutsche Bahn hatte logischerweise einige Minuten Verspätung. Dies, nebenbei erwähnt, war nicht das erste bestätigte Klischee auf unserer Reise.
Endlich kam der Zug, wir verabschiedeten uns von meinen Eltern und fuhren in Richtung Frankfurter Flughafen.

Anderthalb Stunden später waren wir am Flughafen - Terminal 1, auf der Suche nach der Schwebebahn haben wir uns leider in den flughafeninternen Busbahnhof verirrt und sind dann ganz unspektakulär mit dem Bus im Terminal 2 angekommen. Unseren Schalter hatten wir ohne Probleme gefunden, doch dann sahen wir die Hunderte von Metern lange Schlage. Nur zwei von den 6 Schalterplätzen bei Cathey Pacifics waren offen. Ein Blick auf die Wanduhr verriet, dass wir in 1,5 Stunden in dem Flieger sitzen sollten, doch es sah nach einer etwas längeren Geschichte aus. Ich denke zur Not wird die Gesellschaft den Flug um ein Paar Minuten hinauszögern. Die Sonja holte uns aus dem Mac Essen und ich vertrat uns in der Warteschlange.
Der Flug wurde tatsächlich um einige Minuten verschoben. Irgendwann waren wir durch und haben unser Gepäck eingecheckt. Der Metalldetektor hatte einige Probleme mit unseren metallischen Gürtelschnallen, doch nach einigen
"Sonderuntersuchungen" wurden wir als flugtauglich eingestuft und ab gings zum Gate. Leider keine Zeit mehr für den Duty Free-Shop.

Um 13:30 saßen wir im Flieger nach Hongkong. Die Maschine hob problemlos ab. Auch die befürchtete Übelkeit blieb aus. Zirka zwei Stunden nach dem Abheben gab es Abendessen - um 15:30! Doch zum Glück durften wir uns den ganzen Flug über kostenfrei mit Belegten Brötchen, anderen Snacks und genügend Getränken versorgen lassen. Mit viel Videoschauen und Schlafen vergingen die elf Stunden Flug schneller als erwartet. Was mich am meisten gestört hatte, waren die engen Sitze - man saß förmlich auf seinem Nachbarn. Auch die Beinfreiheit ließ zu Wünschen übrig. Alles andere hatte gepasst. Und wären da nicht die beiden erwähnten Problemchen, hätte ich ewig fliegen können, das Fernsehprogramm hätte sicherlich für einige Tage gereicht.


2005-09-01: Von Klimaanlagen und verdammten Strassen [top]

Früh am Morgen, 6 Uhr. Wir sind fast da, bald steht die Landung an. Da keiner von uns beiden einen Fensterplatz hatte, mussten wir den Ausblick während des Fluges und der Landung auf dem Langtauer Flughafen leider nur in Gedanken mitverfolgen.
Die Landung, problemlos. In Hongkong eingecheckt. Koffer geholt. Am Ausgang wurden wir mit einem Schild auf dem in großen Buchstaben "GANJE" stand empfangen. Wir wurden prompt zum Schalter der für uns zuständigen Reisegesellschaft gebracht - ATI (nein, nicht der Grafikkartenhersteller Smiley). Dort ging es zügig weiter. Aufkleber auf Mensch und Gepäck und weiter laufen wir zu unserem Bus. Nach weiteren zwanzig Minuten sitzen wir im klimatisierten Bus und sind unterwegs zu unserem Hotel. Als wir das erste Mal den Flughafen verließen und das Klima nicht mehr durch die Klimaanlagen künstlich reguliert wurde, war es die sprichwörtliche Wand, gegen die wir bei unserem Weg nach Draußen gelaufen sind. Stickige, heiße Luft, mit sicherlich 99 Prozent Wasseranteil. Und das alles um 7 Uhr in der Früh.

Wir sehen die ersten Küstengebiete, die kleine und großen Häfen. Die ersten grauen Wolkenkratzer tauchen aus dem Morgendunst auf und vermischen sich mit grünbewachsenen Hügeln und den weitentfernten Bergen. Wir fahren über einige zum Teil sehr lange Brücken auf dünnbefahren Strassen. Der Straßenverkehr nimmt zu. Unzählige Betonbausiedlungen verdrängen die Natur, es wird lauter - überall Gehupe und laute Musik. Wir nähern uns langsam der Mitte von Kowloon, der Stadtteil von Hongkong, der unser Hotel beheimatet.
Wir fahren die Nathan Road entlang - die längste Einkaufsmeile in Kowloon. Bald schon biegt der Bus in eine Seitenstrasse ab wir steigen aus, holen unser Koffer aus dem Gepäckraum, verabschieden uns und stehen vor unserer Unterkunft für die nächsten fünf Nächte. Wir stehen von dem Mayfair Garden Hotel. Endlich habe ich den Namen gelernt, bis von ein Paar Minuten dachte hatte ich unsere Unterkunft fälschlicherweise als der Mayflower Garden bezeichnet. Aber wir sind ja lernwillig...
Eingang, Erdgeschoss. Wir werden empfangen und angewiesen mit dem Aufzug einen Stock höher zu fahren, dort ist die Rezeption. Den Versuch seitens des "Portiers" unseren Koffer für uns zu tragen habe ich dankend vereitelt. Muss ja nicht sein, bin noch selber in der Lage einen kleinen Koffer einige Meter zu rollen...
Oben angekommen, erfuhren wir, das wir erst um 12 Uhr im Hotel einchecken können. Wir hatten aber erst 8 Uhr. Also wollten wir unser Gepäck im Hotel deponieren um uns einige Stunden in der Stadt herum zu treiben. Als wir die Formlure für die Aufbewahrung des Gepäcks unterzeichnet hatten, meinten die Herren an der Rezeption, dass es ja eigentlich möglich wäre, dass wir ein Zimmer einige Stunden früher bekommen und theoretisch jetzt schon ins Zimmer könnten. Dieser Vorschlag wurde sofort in die Praxis umgesetzt, wir hinterließen 300 HK$ Pfand für das evtl. PayTV gucken, bzw. das mögliche Nutzen der zimmereigenen Minibar. Nun bekamen wir unseren Schlüssel und fuhren ins achte Stockwerk. Hier in Hongkong werden aufgrund des Landmangels die Häuser in die Hohe gebaut, was dann wohl die vielen Wolkenkratzer in dieser Stadt erklärt.
Schon im Fahrstuhl waren die Plexiglasverkleidung und die Steuerkonsolen durch die hohe Luftfeuchtigkeit von innen beschlagen. Als wir aber in unserem Stockwerk ankamen, stand die Luft regelrecht und stank unglaublich feucht und vermodert. Kein Wunder, denn auf dem Gang war nirgendwo ein Fester. Auch die Klimaanlagen beschränkten sich scheinbar nur auf die Gästeräume.
Nach einigen Anwendungsproblemen fanden wir heraus wie man die Keycard für das Zimmer nutz und traten in unser Reich ein. Hierbei handelte es sich um ein ca. 10 Quadratmeter großen Raum mit Bett, Tisch einem Schrank mit nur zwei kleinen Regalen, eine Kommode mit Schublade, einem Fernseher, Nachttischchen, Bett - Mit einem Wort: verdammt eng. Angrenzend ein zwei Quadratmeter großes Bad mit Dusche, Waschbecken und Toilette. Bad dreckig, Zimmer total durch die Klimaanlage total unterkühlt. Die Sonja sprühte einige Male das halbe Badezimmer mit unserem mitgebrachten und unersetzlichem Sacrutan ein. Inzwischen versuchte ich erfolglos die Klimaanlage an unsere Bedürfnisse anzupassen.
Wie haben ausgepackt, soweit es hier auf diesem engen Raum und unter Mangel an Schränken und Regalen möglich war. Haben uns geduscht, umgezogen und ab ging’s in die Weiten der fremden Welt.

Nachdem wir das Hotel verlassen hatten beschlossen wir den Weg zu nehmen, auf dem uns der Bus hierher gebracht hatte. Wir wolten in den Süden von Kowloon um eine Fähre nach Hongkong Island zu nehmen und ganz entspannt unseren Tagesplan abzuarbeiten. Leider war die Richtung, die wir einschlugen nicht Süden, sondern das genaue Gegenteil: Norden - der Bus hatte uns landkartentechnisch gesehen von oben ins Hotel gebracht und nicht von unten, wie wir erst annahmen. Diese Fehlentscheidung führte uns stundenlang geradeaus und als wir in der Ferne Berghügel sahen, waren wir inzwischen soweit, dass die beiden mitgeführten Landkarten der unseren Standort nicht mehr verzeichneten. Ein Königreich für ein portables Navigationssystem!
Nach einigem Hin und Her - also eine weitere planslose Stunde hin und eine weitere unnötige Stunde her - hatten wir die Orientierung gefunden, erreichten wieder "kartografierotes" Gebiet. Und beschlossen uns dem Flower Market, den Bird Market und den Goldfish Market anzuschauen. Einige weiter planlose Stunden später - wir fanden tatsächlich alle drei Märkte - begaben wir uns auf den langen Weg ins Hotel. Im Gepäck unzählige Fotos von den erwähnten Bereichen und drei T-Shirt vom Straßenbazar für je 20 HK$ (ca. 2,- Euro).
Im Hotel angekommen, duschten wir, schliefen einige Stunden und begaben uns noch am selben Tag des frühen Abends erneut auf der Suche nach Hongkong Island. Diesmal sogar in die richtige Richtung.
Inzwischen ist es dunkel geworden. Wir liefen durch die teils zum bersten überfüllte Nathan Road. Die übergroßen Leuchtreklamen, die hellerleuchteten Einkaufspassagen und unzählige weitere Lichtquellen tauchten die Strassen unter sich in ein grelles Licht. Menschenmassen wohin das Auge blickt, die Auto rasen hupstark an uns vorbei. Viele Händler lassen ihre Angestellten vor dem Laden die vorbeiziehenden Leute anquatschen um diese in die Laden zu befördern. Alle paar Meter werden Handzettel und Reklameprospekte verteilt. An jeder Kreuzung werden wir von zwielichtigen Pakistanis angesprochen, ob wir billig eine Rolex, eine Telefonkarte oder anderen Mist erstehen möchten. Anfangs erklärten wir höflich: Nein, danke! Dann winkten wir einfach ab und schlussendlich reagierten wir gar nicht mehr auf solch Angebote. Nicht einmal wenn die Nervensägen uns über Dutzende Meter durch die Menge verfolgten und weiterhin lautstark ihre Ware anpriesen.
Bald waren wir am südlichen Ufer von Kowloon und entdeckten die Street of Stars. Dort befand sich eine riesige Promenade, deren Pflastersteine in regelmässsigen Abständen von unterschiedlich großen und unterschiedlich farbigen Lichtern durchgezogen wurde. Eine ganz nette Idee. Von der Promenade aus hatte man einen einzigartigen Blick auf das gegenüberliegende Ufer von Hongkong Island. Wolkenkratzer hell erleuchtet in allen möglichen Farben des Regenbogens. Alles spiegelt sich in dem makellosem Schwarz des Wassers. Nicht einmal die vorbeifahrende Yachten, Fähren und Rennbote vermögen die nächtliche Schönheit zu stören. Wir laufen noch einige Zeit das Ufer entlang, machen unzählige Fotos und laufen dann wieder langsam zurück in Richtung unseres Hotels. Als wir Hunger bekommen, uns aber nicht trauen, bzw. nicht einigen können in welches ansässige Lokal wir unser Vertrauen setzen sollten, landen wir kurzerhand im Pizza Hut. Zum Glück gibt es da auch eine umfangreiche Speisekarte mit asiatischem Gerichten. Essen war ok und weiter geht die Reise.
Wir schauen uns alle möglichen Geschäfte an. Als ich mal in so einen DVD- und Videoladen reinschaute und aus Interesse nachfragte ob die dort auch deutsche Filme verkaufen, wurde ich sofort in eine Ecke geführt, in der sich Filme über Hitler, das Dritte Reich und Nazis stapelten. Als ich sagte, dass ich eigentlich Filme in deutscher Sprache meinte, bekam ich nur ein enttäuschtes "nein" zu hören. Erstaunlicherweise waren die Filme in diesem Laden Originale. Preislich lagen diese zwischen 20 HK$ und 150 HK$. Nicht weit von diesem Geschäft entdeckten wir auch einen Straßenstand mit raubkopierten Filmen. Eingeschweißt in Folie, kosteten diese Filme ca. 10 HK$ und wurden komplett mit Inlays für DVD- und CD-Hüllen verkauft. Doch leider auch nur in Chinesisch oder Englisch. An einem weiteren Straßenstand kaufte ich für 25 HK$ eine Art Tintenfischschaschlik. Der ausgewählte Spies wurde kurz ins kochende Wasser getaucht und war nach 20 Sekunden fertig. Hat ausgezeichnet geschmeckt. Sogar die Sonja versuchte das leckere Teil. Außerdem holten wir uns noch etwas zum Trinken fürs Hotel und zusätzliche eine Flasche Volvic zum Zähneputzen. Das Wasser im Hotel sollte man für so etwas angeblich nicht nehmen, sagte man uns ebenfalls. Dann saßen wir noch einige Zeit in im Kowloon Park und beobachteten wie einheimische Tai Chi übten und in der Nacht spazierten.
Gegen 24 Uhr waren wir dann im Hotel und sollten eigentlich todmüde ins Bett fallen aber eine Stunde ging noch. In dieser Zeit schrieb ich an diesem Bericht und merkte was für ein miserabler Informatiker ich eigentlich war. Ich hatte extra ein Notebook mit nach Hongkong genommen um die Tausenden von Fotos, die ich hier machen wollte, abzulegen. In Würzburg prüfte ich mit Sicherheit fünf mal ob ich alle Kabel, sowie alle Ladegeräte eingepackt hatte. Leider hatte ich vergessen den Treiber von der Kamera auf das Notebook zu ziehen. Was bedeutete: ich konnte nicht die Kamera mit dem Notebook verbinden, was wiederum bedeutete, dass ich die Fotos nicht auslagern konnte. Tja, dumm gelaufen. Ich schau mal ob wir hier einen Laden finden, der die Fotos vom der Speicherkarte auf eine CD brennen kann, damit ich wieder unbegrenzt fotografieren kann. Auch der Hongkong-Stromadapter, den ich für unsere Deutschen Geräte mitgebracht hatte, passte nicht in die Hotelsteckdosen, also musste ich bei der Rezeption eine Zwischenadapter holen. Jetzt steckt in der Stromsteckdose der komische Adapter, dann mein mitgebrachter Adapter, dann die mitgebrachte Dreiersteckdose und in dieser das Notebook, Ladegerät meiner Kamera und ein Ladegerät für Sonjas Kamera. Die einzelnen Adapter müssen in mühsamer Arbeit in bestimmten Winkeln zu einander ausgerichtet werden, denn sonst zischt der Strom, hier und da fliegt ein Funke und das Licht im Zimmer flimmert manchmal, wenn die Adapter einen Kurzschluss hervorrufen. Deswegen ist es ratsam in völliger Lautlosigkeit den Strom aus dieser Steckdose zu beziehen, damit eventuell benötigten Stromkorrekturen sofort hörbar werden.

Vermerk 1: Wir haben um 23 Uhr einem Fußballspiel auf einem hellbeleuchteten Feld mitten in einem Wohngebiet zugeschaut. Schon verrückt, was man so alles unverholt findet, wenn man von den üblichen Touristenpfaden abweicht.

Vemerkt 2: Trinken zu kaufen ist hier überall möglich. Ob bei dem kleinen Zeitungsverkäufer an der Strasse oder an Getränkeautomaten in öffentlichen Einrichtungen, verdursten sollte hier niemand, der etwas Kleingeld in der Tasche hat. Getränkepreise 50 Cent bis 1 Euro pro 0,5 Liter-Flaschen. Und das Trinken ist hier wirklich notwendig. Wir versaufen bestimmt fünf Liter am Tag und schwitzen drei davon wieder raus.

Vermerk 3: Egal wo du bist, alles ist voll mit Klimaanlagen. Wenn man ältere Häuser anschaut, sind diese von Außen oft so mit Klimaanlagen überwuchert, dass diese Gerätschaften eine größere Fläche des Mauerwerks einnehmen, als die Fenster. Ich habe langsam das Gefühl, dass viele Hausbesitzer - unser Hotel unter anderem auch - in die Klimaanlagenzirkulation Weihrauch mit reinmischen.


2005-09-02: Fuß, Aua und viel YamiYami [top]

Heute früh haben wir uns endlich eine Otopuscard gekauft. Diese kann man mit Geld aufladen und dann so lange mit allen möglichen Verkehrsmitteln fahren, bis diese leer wird. Bei der Abgabe der Karte erhält man seine 50 HK$ Kaution zurück und das mögliche Restguthaben ausbezahlt. Übrigens, der angefallene Geldbetrag wird von der Karte automatisch abgebucht sobald man am Startbahnhof an den Drehkreuzen mit der Karte "eincheckt" und am Zielbahnhof wieder "auscheckt". Funktioniert sogar durch Geldbeutel und Taschen. Sehr praktisch.
Dann fuhren wir mit der Ubahn nach Hongkong Island. Was hier besonders auffällt, die Strassen und die Ubahn sind absolut müllfrei. Unzählige Reinigungskräfte und überall angebrachte Plakate mit einer Pauschalstrafe von 1500 HK$ (ca. 170,- Euro) zeigen ihre Wirkung. Was weiterhin auffällt, ist die hohe Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften in der kompletten Stadt. An vielen Geschäften, in allen Banken und sogar in Parks stehen präventiv die Sicherheitskräfte und schrecken so die ganz bösen Buben ab. Auch so fühlt man sich in der Stadt sehr wohl und sicher. Die Leute machen einen freundlichen Eindruck und man ist auch den tiefsten Seitenstraßen nie alleine. Wenigsten in der nahen Umgebung der Stadtmitte nicht.
Auf Hongkong Island angekommen waren wir überwältigt. Vergleichbar mit Kowloon, nur stehen die Häuser dichter, alles ist noch mal enger und man entdeckt viele versteckte Gassen mit kleinen baufälligen Hütten zwischen riesigen und modernen Wolkenkratzern. Ein großer Teil Hongkongs liegt auf den Bergen, so dass man viele Bauten in Treppenform vorfindet. Es ist erstaunlich, was man hier alles übereinander, hintereinander, nebeneinander und ineinander gebaut vorfindet - wirklich sehenswert. Besonders auffällig ist die eindeutig höhere Anzahl an armen Menschen auf Hongkong Island als auf Kowloon. Wir fanden öfters mehr als zumutbare Behausungen tief in dunklen Gassen.
Als aller erstes suchten wir den Escalator - eine Rolltreppe, die sich in mehreren Abschnitten über einen Kilometer der Berg rauf windet. Auf diesem Weg schauten wir uns die Mid Levels an, die Wohbereiche der etwas reicheren Gesellschaftsschicht Hongkongs in den oberen Bereichen. Die riesigen Jaguar und Benz-Karossen bestätigten diese Behauptung. Auch meterhohe Zäune, Videoüberwachte Tore und private Security-Leute zeigten deutlich die Grenzen zwischen Arm und Reich auf.
Einige Strassen tiefer und wir waren in SoHo. Ein Stadtteil, der für seine Restaurants und Futterbuden sehr bekannt ist. Das testeten wir gleich mit Pathara, einem pfankuchenartigem Ding mit unterschiedlichen Füllungen. Neben Rind und Huhn sind auch Bananen und Ananas möglich. Obendrauf wird auch eine Sauce mit eingemischt. Beim Fleisch war es Curry - einfach lecker.
Dann haben wir eine islamische Moschee, einen buddistschen Tempel und den Zoologischen Garten besucht. Seit einigen Stunden hatte ich Fußschmerzen - möglicherweise durch die ungewohnte Belastung und die Abwesenheit meiner Schuheinlagen bedingt. Diese Schmerzen wurden gegen frühen Nachmittag so schlimm, das wir gezwungen waren ins Hotel zu fahren. Ich legte den Fuß einige Stunden hoch, machte mir einen "Sockenbandage" und wir waren wieder auf Achse.
Die Fußschmerzen waren aber immer noch da und so mussten wir langsam weitermachen, also beschlossen wir, die nahegelegenen Jade- und Nachtmärkte zu besuchen.
Wir wollten uns den Tin Hau Temple anschauen, dieser war aber leider schon geschlossen. Ebenso der Jademarkt dafür haben wir einen Laden gefunden, bei dem wir demnächst uns einen Koffer kaufen. An einer Dai Pai Dongs (Garküche), unser erstes Essen für heute gegessen. Gelbes schleinmiges Zeug, laut Schild Sai Mai. Hat sehr gut geschmeckt.
Der Nachtmark in der Templestreet, ziemlich Groß. Wir haben dort ein paar Andenken und Geschenke gekauft: Postkarten, Drachen, Schlüsselanhänger. An einem Straßenrestaurant, der verschiedene Teller mit lebenden Muscheln, Krebsen und irgendwelchen Röhrenviecher angeboten hatte, uns für große Muscheln entschieden. Diese hatte große Augen, ähnlich den Schnecken, die Füller bloß viel dicker. Das ganze Gericht war über und über mit Knoblauch bedeckt. Haben die Muscheln mit Stäbchen gegessen. Natürlich mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Sind durch kleinere Gassen mit vielen interessanten Restaurants gelaufen und dann ab ins Hotel. Haben 10 Karten geschrieben, wovon aber mindestens fünf wegen Rechtschreibfehlern noch mal geschrieben werden mussten. Konnten lange nicht einschlafen.

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