Open Source Spiele - taugen die was?

Dass gute Spiele nicht unbedingt Unmengen von Geld kosten müssen ist bekannt. Doch es gibt auch Spiele, die gar nichts kosten und von den vielen fleißigen Entwicklern in ihrer Freizeit unermüdlich weiterentwickelt werden. Nun die naheliegende Frage: taugen solche Spiele was? Schaft es ein Team von Hobbyprogrammierern Spiele von einer so dichten Atmosphäre und technisch auf einem so hohen Niveau zu schaffen, wie ein kommerzieller Entwickler mit jahrelangem KnowHow und (in der Regel) hoher finanzieller Unterstützung?
Ich möchte hier einige Spiele aus unterschiedlichen Genres vorstellen und sie kurz auf ihre "spielerische Alltagstauglichkeit" durchleuchten.


Action Strategie:
Glest

Glest lehnt sich eindeutig am Strategie-Klassiker Warcraft 3 an. Ich muss gestehen, dass das Spiel mich zu fesseln vermochte. Die Story ist spannend gestaltet und animiert zum Weiterspielen. Unterschiedliche Gebäude und Einheiten sind reichlich vertreten und die Landschaft schaut zwar etwas detailarm aus, weiß das Auge aber durchaus zu erfreuen. Das Einzige, was etwas stört, ist die Steuerung und das Scrolling. Beide reagieren etwas träge (liegt nicht an der Leistung des PCs) und hemmen den Spielfluss. Doch hat man sich erst mal an dieses "Problem" gewöhnt, hat man mit Sicherheit Spaß mit Glest.
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Rundenbasierte Strategie:
Battle for Wesnoth / FreeCiv / C-evo / FreeCol / ASC / FreeOrion

Scheinbar sind Spiele in diesem Bereich besonders beliebt, bzw. besonders einfach umzusetzen, denn es gibt hier unzählige Kandidaten. Daher fasse ich hier mehrere Titel zusammen.
Battle for Wesnoth ist hexfeldbasiertes Fantasy-Rollenspiel mit schlichter aber angenehmer Grafik, einer tollen Story, sowie unzähligen Zusatzkarten zum endlosen (Weiter-)Spielen.
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FreeCiv und C-evo sind Klone von Sid Maiers Civilization. Beide sind grafisch und umfangtechnisch etwa mit dem zweiten Teil der Civilization-Serie vergleichbar und werden stetig weiterentwickelt.
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FreeCol ist an das gute alte Colonisation (ebenfalls von Sid Maier) angelehnt und etwas wirtschaftslastiger als die vorhergehenden Civilization-Klone.
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In ASC (Advanced Strategic Command) wird sich jeder Spieler sofort heimisch fühlen, dem Blue Bytes Battle Isle ein Begriff ist. Mit dem bequemen Leveleditor, ist es ein Leichtes eigene Schlachten zu designen und grenzenlosen rundenbasierten Spielspaß zu haben.
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FreeOrion ist dem Master of Orion sehr ähnlich und ist eine komplexe strategische Wirtschafts- und Kampfsimulation mit futuristischen Raumschiffen im dunklen Weltall.
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3D-Shooter:
Cube / Sauerbraten / Warsow / OpenArena

Cube ist der unumstrittene Klassiker unter den Open Source-Shootern. Die Grafik ist durchaus sehenswert und die vielen Waffenarten wissen zu überzeugen.
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Sauerbraten ist der (indirekte) Nachfolger von Cube und schaut grafisch etwas besser aus.
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Warsow setzt, genauso wie die beiden Vorgänger, auf den Multiplayer-Modus und schaut durch seine ungewöhnliche Comicgrafik ganz schick aus.
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OpenArena basiert auf der vielgelobten Quake 3-Engine, was man ja fast schon als Garantie für ein tolles Spielerlebnis hernehmen kann. Das Spiel ist zwar noch mitten in der Entwicklung, doch es geht mit Riesenschritten voran, wovon man sich bei der aktuellen Version überzeugen kann.
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Rennspiele:
TORCS (The Open Racing Car Simulator)

TORCS als Rennspiel anzusehen ist wahrscheinlich etwas übertrieben, doch es schein mir das bekannteste (und das beste) Spiel aus diesem Genre aus der Open Source-Szene zu sein. Bei TORCS handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine Rennwagen-Simulation. Hier wird Wert auf realistisches Fahrverhalten gelegt. Über die ganzen Jahre hat sich eine starke Community um das Spiel gebildet und unterstützt das Projekt mit unzähligen Fahrzeugmodellen, sowie Rennstrecken.
Nun zum größten Manko von TORCS: der Grafik. Diese ist wirklich übel und in keinster Weise auf dem aktuellen Stand der Technik. Ein Vergleich mit Größen aus dem kommerziellen Bereich, wie z. B. Need for Speed, würde fatal ausgehen.
TORCS ist für Freude von Simulationen mit einem geringen Anspruch an die Grafik geeignet. Für Liebhaber von actiongeladenen Rennspielen, wie man sie von den Konsolen kennt/gewöhnt ist, wird TORCS kaum länger als 5 Minuten fesseln.
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Flugsimulator:
FlightGear

Für Freunde von Flugsimulatoren wie dem Microsoft Flugsimulator ist FlightGear genau das Richtige. Zwar hinkt die Grafik dem kommerziellen Bruder eindeutig hinterher, doch der Realismus und die Komplexität der einzelnen Maschinen werden jeden Freak begeistern.
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Fazit:
Open Source Spiele sind technisch nicht auf dem aktuellen Stand, machen aber durchaus Spaß. Für Liebhaber von Shooter und Strategiespielen, sowie Nostalgiker gibt es einige empfehlenswerte Titel. Wer keinen großen Wert auf HighEnd Grafik/-effekte legt, wird mit Sicherheit die eine oder andere Perle im Spielemeer finden – und das Ganze natürlich für lau. Ein weitere Pluspunkt bei Open Source ist die längere Lebenspanne eines Produkts. Viele Titel werden oft noch Jahre nach dem Erscheinen weiterentwickelt und von der Community liebevoll gepflegt.
Doch Vorsicht, es tummeln sich hier auch unzählige halbfertige Produkte, die nie zu einer Vollendung kommen.
Ich persönlich warte lieber bis es die kommerzielle Spiele als Low-Budget-Versionen gibt oder hole mir diese in gebrauchter Form für einen Bruchteil des Neupreises. Kommerzielle Spiele sind ausgereifter, - zwar nicht fehlerfrei – doch aber fehlerfreier und um Welten fortgeschrittener als ihre Open Source Kollegen. Da bin ich gerne bereit dafür 10-15 € auszugeben.
Meiner Meinung nach haben die kommerziellen Spiele technisch gesehen eindeutig die Nase vorn. Open Source ist, wie im Bereich von Anwendungen, eher Gesinnungssache. Wer ein Statement setzen und die Welt "verändern" möchte, findet hier garantiert viele gute Titel.

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