Größenwahn

Wolkenkratzer ragen auf, verschwinden in der Höhe,
Erzeugen dunkle Betonschluchten, Verstecke für das Böse.
Die Natur verdrängt, verbannt als Zimmerpflanze,
In einsamen Wohncontainern dahinvegetierend,
Dem Menschen gleichgesetzt.
Die Sonne ist verschwunden, nur graue Schleier über den Köpfen.
Am Boden verhüllt der Nebel Schmerzensschreie und tiefe Narben.
Verloren ist des Lebens Freude, vergessen ist der wahre Sinn.
Wir tun es einfach, doch wissen nicht warum.
Getragen von der Masse, vereint im Kollektiv,
Eilend durch die stumme Zeit, immer nur die Einbahnstraße.
Dem Trend folgend, bis zu den nahen Grenzen.
Der Abstieg folgt, hinein in die Schatten,
Früher oder später ist jeder dran.
Von seinem Gott verlassen, taumelnd, nach Halt suchend,
Das erste mal im Dasein individuell, verloren.

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