Was ist Fantasy?

Fantasy [`faentezi; engl.], eine Literaturgattung, die sich mit der Beschreibung nicht wirklicher, vom Autor erdachten und mit mytholog. Versatzstücken versehener Welten befasst.

(Bertelsmann Universal Lexikon)

Wie oben erwähnt, steht Fantasy für frei erfundene und vom Autor gestaltete Welten, in denen ein Charakter oder oft eine ganze Gruppe von Charakteren, Abenteuer erleben und dadurch einen spannenden, da schwer vorhersehbaren, Verlauf der Geschichte erzeugen. Ob Drachen, Elfen oder Riesen, die Palette der Fantasy- Wesen hat inzwischen eine kaum überblickbare Anzahl erreicht. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, jeder findet eine Gestalt in dieser Welt, die so ist, wie man selber sein möchte. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum dieser Bereich in letzter Zeit einen so hohen Zulauf an Fans bekam. Um dem tristen Alltag zu entkommen, suchen viele Zuflucht in der Phantasiewelt. Ob als Ritter in strahlender Rüstung, mit Pferd und Schwert in Richtung des Bösen reitend um die gefangene Prinzessin zu erretten oder eben diese Prinzessin, sehnsüchtig auf Ihren Retter wartend, ein kleiner Hauch Abenteuer für den Herrn oder Romantik für die holden Weiblichkeiten, ist nicht zu verleugnen.


... "Ich habe alle Gefühle kennengelernt", sprach Shyleen weiter, "alle Gefühle eines Lebens, und das fast ein Dutzend Mal. Die Unsterblichkeit ist nicht ganz so erstrebenswert, wie du vielleicht glaubst. Und du bekommst sie nicht geschenkt, Torian. Sie kann zu einem Fluch werden, eine Strafe, denn sie erhält zwar den Körper jung, aber sie tötet deine Seele, wenn du nicht aufpasst. Ein Unsterblicher ist einsamer. Vielleicht habe ich mich in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu sehr hinter einer Mauer versteckt, habe vergessen zu leben. Das hat sich geändert, als ich euch traf. Es ist nicht schön, immer allein zu sein."
" So?" murmelte Torian widerwillig. "Wenn du jetzt noch erzählst, dass du in Liebe zu uns entbrannt wärest, fange ich zu weinen an." Er war absichtlich grob, und er spürte, dass Shyleen das genau erkannte. Verdammt, es war einfach müßig, mit jemanden zu streiten, der über eine zwölf Mal längere Lebenserfahrung verfügte.
" Idiot", sagte Shyleen, aber sie lächelte dabei. "Du begreifst gar nichts – oder willst nicht begreifen. Ich spreche von Freundschaft, nicht von Liebe, aber ich frage mich ernsthaft, was ich ausgerechnet an einem Enkel wie dir mag. Also gut, lassen wir das." Ihre Stimme klang plötzlich hart, spröde. Die seltene Spur von Gefühl, die sich zuvor darin gezeigt hatte, war verschwunden...

(Der Tempel der verbotenen Träume von Wolfgang E. Hohlbein)


Der Ursprung der modernen Fantasy

Der Urvater aller Fantasy war John Roland Reuel Tolkien. Geboren am 3. Januar 1892 in Bloemsontein/Südafrika wanderte er noch im Kindesalter mit seiner Familie in das Heimatland seines Vaters, England, ein. Später, als Hochschullehrer der Literatur und Vater eigener Kinder schrieb er 1937 sein erstes Werk - das erste moderne Fantasybuch überhaupt - "Der Kleine Hobbit". Diese war eigentlich nur als Gutenachtgeschichte für seine Kinder gedacht war, doch durch einen Bekannten kam das Buch einem Verleger in die Hände und dieser war so begeistert, dass er Tolkien sofort anbot das Buch zu verlegen.
Die Geschichte von Bilbo dem Kleinem Hobbit - kleine, dickliche, menschenähnliche Wesen, mit der Neigung zur Gemütlichkeit, ja sogar Faulheit - löste solche Begeisterungsstürme auf der ganzen Welt aus, dass der Verlag plötzlich nicht mit dem Drucken der Bücher nachkam. Die Fantasy wurde geboren!
Die Rufe nach einer Fortsetzung wurden lauter und schließlich war es 1955 soweit, es erschienen drei weitere Bänder über die Hobbits, mit dem Namen Herr der Ringe. Auch diese Bücher waren ein riesiger Erfolg, weltweit.
Als J.R.R. Tolkien im Alter von 81 Jahren, am 01. Oktober 1973 starb, trauerte eine riesige, weltweite Fangemeinde um ihren "Anführer".

Tausende Schriftsteller folgten Tolkiens Beispiel und somit nimmt die Fantasy heutzutage einen großen Teil der Weltliteratur ein und beinhaltet unzählige Arten von fantastischen Welten.

Doch es wäre sicherlich falsch, diesen Begriff nur auf das Literarische zu beziehen. Denn inzwischen gibt ein weit größeres Angebot an Fantasymedien in Form von Comics, Filmen, Spielsachen, Brettspiele, Rollenspiele, Computerspiele usw. Auch heute hat dieses Genre nichts von seinem Charme verloren, im Gegenteil, es gewinnt täglich an neuen Fans und die Nachfrage an Fantasyprodukten steigt rapide.



Die Rollenspiele

Eine der weit verbreiteten und eine der beliebtesten Formen der Fantasy sind die Rollenspiele. Einige davon sollen hier erwähnt werden: Das Schwarze Auge, Midgard, Forgotten Realms, Masquarade... Die Palette an solchen Produkten kann unendlich fortgeführt werden. Dass diese Art von Fantasy recht interessant ist, möchte ich hier den Spielverlauf kurz mal erklären.
Das Prinzip solcher Zeitvertreibungsarten ist denkbar einfach gehalten: es finden sich mehrere Spieler zusammen, nehmen wir mal an, fünf Leute. Einer der Anwesenden übernimmt die Aufgaben des Meisters, die anderen Vier kreieren sich, im Rahmen der vorgegebenen Maßstäben, jeder einen eigenen Charakter mit Werten wie Mut, Stärke, Intelligenz, Geschicklichkeit usw. Diese Werte, mit Zahlen dargestellt, geben Aufschluss über die Fähigkeiten, Schwächen und Stärken der jeweiligen Person. Dann werden die Berufe der Charaktere bestimmt (z. B. Krieger, Magier, Dieb usw.) und anschließend werden diese mit Waffen, Rüstungen, Proviant und sonstigen nützliche Gegenständen eingedeckt und begeben sich auf eine spannende Abenteuerreise.

Ein Beispiel:
Der Meister beginnt: "Ihr befindet euch in einer dunklen, verrauchten Taverne und trinkt gerade euren dritten Krug Most. Plötzlich wird die Eingangstür krachend eingetreten. In den Raum stürmt eine Gruppe von vier Stadtwachen mit gezückten Kurzschwertern. Der Anführer schaut sich suchend um und deutet mit folgenden Worten auf einen Mann, der an eurem Nachbartisch sitzt: "Dahinten sitzt der Verbrecher! Schnappt ihn euch!"
Der ältere Mann, dem Aussehen nach ein Seemann, zuckt sichtlich zusammen und bietet euch angsterfüllt um Hilfe. Was wollt Ihr tun?"
Die letzten Frage galt den Spielern, diese entscheiden dann was sie tun möchten, z. B. gegen die Wachen kämpfen und denn Seemann beschützen oder der Stadtwache helfen denn älteren Mann zu verhaften. Je nach dem, wie sich die Spieler entscheiden führt der Meister die Geschichte weiter.
Die am Anfang ermittelten Zahlenwerte dienen dazu Prüfungen zu bestehen, sowie Kämpfe zu bestreiten. Als Hilfsmittel werden dazu mehrere Würfel eingesetzt. Im Laufe der Spielrunde werden den Helden Erfahrungspunkte vergeben, diese werden dann dazu genutzt die Werte und Talente der Charaktere zu verbessern.

Natürlich ist diese Art des Spiels eine heikle Angelegenheit, da ein interessanter Spielverlauf nur allein durch die Phantasie der Spieler und des Meisters zu Stande kommt. Wenn sich jemand in der Gruppe befindet, der sich in das Spielgeschehen nicht versetzen kann oder möchte, ist das Spielgeschehen oft zum Scheitern verurteilt.


Fazit

Ich persönlich empfinde Fantasy allgemein, als eine tolle Sache, da man damit wirklich alles erleben und erreichen kann - es gibt keine Grenzen - und ganz nebenbei sind die Produkte günstiger und ungefährlicher als das tatsächliche Nachleben der besagter Abenteuer in der realen Welt.

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