Pennerglück

20. Mai 2006. Endlich! Deutschland hat das Unmögliche geschafft. Nach unzähligen sinnlosen Regelungen, hirnfreien Gesetzen und kostspieligen Pilotprojekten ist es nun endlich vollbracht: Es gibt einen durchgehenden Standard beim Pfand für Einwegflaschen. 0,25 Euro pro Flasche und auch die Abgabe ist nun überall möglich – nicht wie früher an den Ursprungsladen gebunden, und ja nicht den Kassenzettel wegwerfen...
Klar, dass es für uns alle eine riesige Erleichterung ist. Doch die wahren Gewinner dieser "revolutionären" und "einzigartigen" Reform – welche, ganz nebenbei bemerkt, in anderen europäischen Ländern seit Jahrzehnten praktiziert wird – die wahren Gewinner also, sind ganz eindeutig die Penner. Pfandflaschen sind nun unverkennbar als solche gekennzeichnet, was eine harte, jahrelange Ausbildung zum Flaschenmeister an der Akademie für Pennerlogie überflüssig macht. Nun können auch unerfahrene Jungunternehmer in diesen hartumkämpften Markt einsteigen und Monopole durchbrechen. Auch ist es nicht mehr notwendig die Flaschen vorzusortieren und bei unterschiedlichsten Abnehmern mühsam abzuliefern. Jeder Laden ab 200 Quadratmeter Verkaufsfläche, muss Pfandflaschen jeder Art annehmen!
Was für eine fortschrittliche Reform, ich bin zu Tränen gerührt. Einmalig! Sagenhaft! Einfach unbeschreiblich diese bahnbrechende Neugestaltung des verstaubten Gesetzes. Leute, es geht voran mit Deutschland. Die Optimierung des Flaschenpfandes ist geglückt. Nun steht dem Paradies auf Erden nichts mehr im Wege... Ach so, leider zu früh gefreut: Es sind ja immer noch die gleichen unfähiger Politiker an der Macht. Na dann, möge die fröhliche Verschwendung von Steuergeldern ungestört weitergehen.

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